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Introducing the madness

Wenn man das hier lesen kann, ist wohl die erste Ausgabe eines Presserzeugnisses erschienen, dass mit vereinten Kräften von einer kleinen Reihe von Leuten zusammengestellt worden ist, denen nicht allzu viel gemeinsam ist außer diesem, dass sie diese Ausgabe gemacht haben und Insh‘Allah noch einige weitere Ausgaben machen werden. Der Grund, warum es diese Zeitschrift gibt, ist einzig und allein der, dass wir es wollen. Dies ist kein weiteres überflüssiges Stadtmagazin, das sich in Selbstzufriedenheit und dem Abfeiern der Verhältnisse übt. Kein weiteres Magazin, in dem Karrieretipps gegeben werden und dem Wirtschaftsstandort Würzburg gehuldigt wird, das dabei aber die Verstümmelung des menschlichen Lebens und Zusammenlebens in der kapitalistischen Gesellschaft ausklammert. Es hat sich erwiesen, dass die Stadt Würzburg, in der wir leben, sowie die gesamte Region zu ihrem Wohlergehen eines solchen Blattes nur allzugut entbehren könnten. Aus verschiedenen Gründen legen wir nun allerdings keinen besonderen Wert auf dieses Wohlergehen. Der Frieden, der über deutschen Provinzkäffern wie diesem Würzburg liegt, ist unerträglich. Er ist nicht nur faul, sondern riecht auch bereits so.

Das Heft wird von denen, die es machen, sowie einer Reihe Förderabonnent/inn/en finanziert und kann es sich deshalb leisten, auf Anzeigenkund/inn/en oder auch jede andere Form von Wohlwollen der so genannten Öffentlichkeit zu verzichten. Das Heft ist für alle und keine/n. Wen es interessiert, mag es lesen, weiterverbreiten, aber auch gerne mitarbeiten. Wer sich angegriffen fühlt, wird dies, wenige Missverständnisse abgerechnet, wohl auch sein. Nur darin bitten wir um Nachsicht, dass diese unsere erste Bemühung vielleicht zu schmal geraten sein könnte für einen ganz bestimmten Zweck: es gibt nämlich noch ein paar Leute in Stadt und Umgebung, die wir gerne dabei hätten. Wir hoffen, sie, wo nicht diesmal, so doch die nächsten Male zu gewinnen.

Das Heft wird alle zwei Monate erscheinen. Den Kontakt wird man hier über unsere Homepage knüpfen können, auf der die Zeitschrift ebenso erscheint (=>). Darüber hinaus freuen wir uns bereits im Voraus über Leserbriefe, locker aus dem Ärmel geschüttelte Beleidigungen oder auch sinnvolles Feedback per Email oder Kommentarfunktion. Sollte sich nach dem Lesen des Heftes der Eindruck breit machen, dass in dieser Zeitschrift auch eine gehörige Portion Wahnsinn und Wahnwitz steckt, dann hat sie/er womöglich vollkommen recht. Dass das Feld, welches man gewöhnlich „Kultur“ zu nennen pflegt, schmählich unterbelichtet ist, wissen wir und geloben Abhilfe. Künftig hoffen wir zusätzlich, hier genauere Informationen über den Verbleib des Punk sowie über ausgewählte Aspekte dessen, was zwischen Hardcore und Indie sich tut, anbieten zu können. Zweifellos wird auch Film und Theater nicht zu kurz, oder nicht zu kurz genug, kommen.

Allerdings ist für uns „Szene Verrecke“ nicht nur ein Songtitel der Band „Killeraffentheorie“, sondern Auftrag und Verpflichtung: man darf bei keinem Modernismus stehenbleiben, und die heimeligen Nischen sind bei Klügeren unter den Unzufriedenen ebensoviele falsche Ausflüchte, welche wir nicht akzeptieren wollen.

Nun denn, dann holen wir also zum letzten Hieb aus. Follow the white rabbit! Oder, wie es unser Chefredakteur mit einem grossartig versoffenem Blick aus dem Fenster unnachahmlich formulierte: „Jetzt bricht eine neue Area an!“