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Bekenntnisse eines jungen Lohnarbeiters. Teil I

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Ich habe eine gut bezahlte Stelle, der Job ist ziemlich sicher, ich kann meine Zeit selbst einteilen, man schaut mir nicht besonders genau über die Schulter, und ich habe eigentlich ganz gute Chancen, Karriere zu machen. Die Arbeit ist nicht besonders stumpf, im Gegenteil, sogar anregend und herausfordernd.

Ich hasse meinen Job mehr als alles andere auf der Welt.

Er ist wie ein grosses Tier, das alle meine Energie und alle meine Zeit frisst, und am anderen Ende kommt raus, was eben bei so Tieren am anderen Ende rauskommt. Es ist ganz gutes Geld, ich sag es nochmal, und ich habe eigentlich nie viel Geld gehabt, und es ist wirklich nicht schlecht, Geld zu haben, und sich Sachen kaufen zu können, die scheinbar alle Leute haben, oder richtig gutes Essen.

Ein Ersatz ist es nicht.

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Das schlimmste ist, wenn man früh aufsteht, zu wissen, in soundsoviel Stunden muss ich auf der Arbeit sein. Es ist ein Terror, der seinen Schatten schon voraus wirft, es lähmt mich, es lässt mich nicht los, die kommende Stunde ist wie ein Strudel, und ich weiss, ich habe noch Frist, aber nicht mehr viel. Vielleicht noch ein bisschen lesen, bisschen Tee trinken, wenn ich ganz früh dran bin und das Wetter schön vielleicht bisschen vor die Tür, oder wenns kalt ist ein Bad; manchmal auch einfach noch weiterschlafen, gierig, und dann ganz schnell aus dem Haus.

Wie ich den Schlaf lieben gelernt habe, er ist mein Beschützer, wenn ich schlafe, muss ich nicht daran denken, dass die Stunde kommt, bald, die bedeutet, dass mein Körper und auch meine Gedanken nicht mehr mir gehören, dass ich sie verpfänden muss, um mir Zeit zu kaufen hier im Leben, Zeit, in der ich nicht verkomme.

Und ich habe gelernt, grimmig und entschlossen zu schlafen. Jede Minute ist kostbar, die man dem Tag, dem Feindesland, entreisst. Der Preis dafür, dass es nicht denen in die Hände fällt, ist der Schlaf, oder der Rausch.

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Zeit, in der man nicht verkommt, ganz körperlich nicht verkommt, dass ist, was man bekommt. Überleben. Dafür tauscht man die Zeit ein, in der man leben könnte, wenn man das könnte.

Ich tausche mein Leben ein für Geld, und von dem Geld kann ich mir angeblich mein Leben leisten. Ich glaube keine Sekunde, dass das so ist. Für mein Geld bekomme ich nicht mein Leben, sondern etwas, das so aussieht wie ein Leben, aber eher so, wie ein Werbespot ausschaut wie ein Leben, nur dreckiger.

Mein Leben, davon kann ich nur im Konjunktiv reden: was ich tun könnte, wenn nicht und so weiter. Wenn ich zur Arbeit fahre, und die frühe Sonne scheint: wie schön wäre es, wenn ich es nicht eilig hätte, denn meine Zeit gehört mir nicht, sowenig mir die Sonne gehört und die Felder und die Wälder, über die sie scheint, und noch weniger die Städte. Oder der Mond des Nachts, wenn ich heimfahre: ich wollte, ich wäre eine kleine Fledermaus. Aber meine Zeit gehört nicht mir, und ich muss jetzt essen und schlafen, denn morgen muss ich auf die Arbeit. Auf Wiedersehen, kleiner Mond, auf Wiedersehen, schwarzer Wald, ich wollte, ich hätte euch nicht gesehen.

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Aber so muss es wohl sein, denn das alles ist nicht meines, und meine Frist auf dieser Welt kaufe ich, indem ich mein Leben verpfände. Diese Welt gehört mir nicht, es ist schon Diebstahl, dass ich nur einen Blick auf sie werfe, im Vorbeieilen. Wem aber gehört sie? Ich sehen niemanden, der einen sinnvollen Nutzen von ihr hätte, ich sehe nur Sklaven wie mich.

Und sie sind es, scheint es, zufrieden. Mit grossen Augen betrachten sie die Wunder, die sie für ihr Geld kaufen können, die grosse Welt des Fernsehens, über die sie nicht genug reden können, den Urlaub in einem anderen Land, das ihnen auch nicht gehört, neue Vorhänge und die Wurstplatte in irgendeinem Ausflugslokal. Das sind ihre Gespräche, wenn ich richtig zugehört habe, bei den anderen auf der Arbeit.

Manchmal erwischt man einen davon in einer stillen gedrückten Minute, und dann macht man einen Blick in eine Seele, die genauso verzweifelt ist, aber sie haben keine Idee, dass es nicht so sein muss.

Diese Welt würde ihnen gehören, wenn sie sich nähmen. Wenn im Sommer der Asfalt Blasen wirft und die Luft stillsteht, und der Himmel über der Stadt hängt wie ein Ozean, dann träume ich davon, dass wirklich diese ganze nutzlose Maschine stillsteht, dass wir lachend aus den Betrieben gehen und den Wohnkasernen, und dass nichts mehr so sein wird, wie es war.

Ich werde mir kein Haus kaufen und mich niederlassen, ich werde hier mein Glück nicht finden, ich werde es nicht einmal suchen, denn ich weiss, dass hier nur die Hölle zu finden ist; ich habe nur diesen Traum meiner Sommernachmittage, und er erfüllt mich mit rasendem Glück, und ich will ihn Wirklichkeit werden sehen.

Merry Crisis and a Happy New Fear

Am 13.12.2008 zogen 70 Leute durch die Stadt Würzburg, ohne sich die Mühe zu machen, diesen Umzug anzumelden. Wenn man den Artikeln auf Indymedia und in den Schweineblättern der Republik glauben darf,(1) wurde die zunächst spärliche Polizeitruppe, die die Demo begleitete, aus dem Zug heraus mit Feuerwerkskörpern beschossen oder beworfen. Als die Polizei versuchte, die Demo aufzuhalten und aufzulösen, durchbrachen die 70 die Sperre; dabei wurde ein Polizist leicht verletzt.

Nun ist die Empörung verständlicherweise gross, und einige Bewohner der Stadt können es gar nicht glauben, dass jemand auf die Idee kommen kann, ausgerechnet einen bayerischen Polizisten anzugreifen. Der Zorn über die Übeltat hält sich aber noch in Grenzen, denn immerhin ermittelt die Justiz, und die Gesetze sind wohl den meisten hart genug.(2)

Wieso die Polizei dazu kommt, fremde Leute erst ohne deren Willen zu fotografieren, sie zu belästigen, ihnen ungebeten zu folgen, und einen Umzug schliesslich einfach anzuhalten, fragt, ebenso verständlich, auch niemand. Und dass eine solche (vergleichsweise harmlose) Eskalation die Folge davon ist, wenn man den Leuten das Recht nimmt, legal langweilige Demos abzuhalten, ist der sogenannten Öffentlichkeit auch nicht beizubringen.

Auch ich, ich gestehe es ein, stelle mir solche Fragen nicht mehr. So ist es, und das muss man begreifen: die Städte gehören uns nicht, sie sind Feindesland; der öffentliche Friede, das ist unsere Enteignung von den Mitteln des Ausdrucks; so muss es sein, oder der Staat und diese Gesellschaftsordnung bestünde nicht mehr; und die überwiegende Mehrheit ist bereit, diese Herrschaft, die ihre Enteignung bedeutet, mit aller Macht zu verteidigen.

Das unterscheidet unsere Lage von der im Griechenland unserer Tage. Dort hat diese Herrschaft derzeit so wenig die Zustimmung der Mehrheit, dass sie die entscheidende Probe nicht wagen durfte. (Man darf nie vergessen, wozu die Mehrheit dieser, der deutschen, Nation einmal bereit gewesen ist; die ausserordentliche Stabilität in Deutschland ist das Erbe des Nationalsozialismus. Für die Revolte ist Deutschland immer Feindesland.)

„Der Feind steht rechts“
Das „Antifaschistische Bündnis“ wiederum, bekanntermassen ein Arm der Linkspartei, hat, man hätte es vorhersehen können, den griechischen Aufstand natürlich als eine Gelegenheit begreifen müssen, um wieder einmal seine eigenen Überflüssigkeit zu beweisen. In einem Flugblatt, das an Peinlichkeit kaum zu überbieten sein dürfte, versuchte es, irgendeinem Publikum die Bewegung in Griechenland zu erklären. Die hintergründige Komik dürfte ihnen nicht aufgegangen sein, dass sie sich mühen mussten, Deutschen etwas zu erklären, was in Griechenland nicht nur auch ohne Erklärung verstanden worden ist, sondern überhaupt die einfachste und unkomplizierteste Sache der Welt ist.

Dass sie sich dieser fruchtlosen Mühe unterziehen mussten, ist nicht nur die gerechte Strafe dafür, nichts verstanden zu haben und dennoch weiterzumachen; es ist die bündige Widerlegung ihres ganzen sinnlosen Treibens. Es gibt einen konstanten, fast tragischen Zug darin, entweder eine Ahnung von der tiefen Vergeblichkeit dieser sinnlosen Arbeit, bei einer feindlichen Öffentlichkeit um Sympathie zu betteln; eine Art von taqiyah, als ob man seine wahren Absichten ständig tarnen muss. Oder aber man hat sie vielleicht zuletzt gar nie gehabt: ein staatsbürgerliches Selbstmissverständnis. So oder so, tragisch, ergreifend und ganz und gar überflüssig.

Wie sinnlos, den besorgten Bürger zu spielen, nur um den besorgten Bürgern weiszumachen, man sei einer von ihnen. Andere Sozialdemokraten, so gesehen auf einer IG Metall-Demo, haben vor ein paar Jahren auf Transparenten „französische Verhältnisse“ gefordert. Gefordert! Wie enorm. In Frankreich hat man, was sie damit meinten, jedenfalls nicht gefordert.

Warum und was eigentlich demonstrieren?
Schweigen wir von den Seelenfängern. Fragen wir uns stattdessen, was die 70 Leute dazu treibt, sich am 13.12.2008 in diesem Umzug zu bewegen. Man fragt sich das nicht ohne Sympathie, gewiss. Es ist nur kein gutes Zeichen, dass nach allem die Fantasie gerade für einen Umzug reicht, für das ödeste von allen öden Relikten aus einer heroischen bürgerlichen Zeit, als es noch eine Öffentlichkeit gab und eine Tyrannei, und beides noch Gegensätze und nicht unmittelbar das selbe waren. Warum aus dem Arsenal der bürgerlichen Gesellschaft eine solche entfremdete Ausdrucksform entleihen, auch wenn man sie mit etwas entfremdeter Militanz aus dem Arsenal einer ebenfalls schon angeschimmelten autonomen Linken ausstaffiert?

Demonstrationen, auch militante, sind eine entfremdete Sache. Sie sind Abbild eines Widerstandes, den es nicht gibt, den man auch im alltäglichen Leben nicht praktiziert. Sie sind keine Sprache, sondern Ausdruck von Sprachlosigkeit.

Demonstrationen dienen in der Lehre des Staatsrechts der Äusserung von Meinungen. In der Geschichte der Revolution waren sie oft auch Demonstration von Macht, oft genug auch deren direkte Ausübung: fast auf den Tag genau 80 Jahre vorher z.B. besetzten bewaffnete Arbeiter in einer millionenstarken Demonstration Berlin, so dass die Konterrrevolution keine 20 Mann unter Waffen mehr in Berlin hatte.(3) Friedrich Ebert versteckte sich bei Freunden im Umland. (Die Bühne hätte Spartakus gehören können, aber Karl Liebknecht zog es vor, über Weihnachten mit seinen Kindern Klavier zu spielen.)

Diese Zeit ist endgültig vorbei. Macht kann die Sache der Revolte heute nicht mehr demonstrieren. Was demonstriert man dann? Entschlossenheit, Furchtlosigkeit, überhaupt die schiere Existenz; dass noch nicht vergessen und vergeben ist, dass noch keineswegs alle einverstanden sind, dass man sich nicht fürchet, auch nicht gegen die Übermacht, dass man sich nicht dumm machen lassen will und nicht sprachlos; dass die Herrschaft noch nicht gesiegt hat und dass, solange sie nicht hat, die Geschichte anzusehen ist als eine Geschichte mit immer noch offenem Ende, trotz allem.

Mir scheint, der Wert einer solchen Demonstration liegt, diesseits der Frage, ob man nicht etwas besseres findet als einen Umzug, genau darin. Man darf sich freuen: so etwas wäre nicht mehr zu erwarten gewesen. Ob, was ich mir hier denke, zugetroffen hat, wird sich, wie man vielleicht hoffen darf, noch zeigen.

„Wir haben kaum begonnen, ihnen zu zeigen, dass wir ihr Spiel nicht mehr mitspielen.“

Von Vince O‘Brien

Zur Überschrift: So stand es in diesen Tagen in Griechenland zu lesen.
1 Man sollte nicht glauben, welche Menge an Blättern die dpa-Meldung abdruckten, einfach weil sie so froh waren, dass man überhaupt einmal irgendwas über Würzburg abdrucken konnte; wie um zu bestätigen, dass es diese Stadt, anders lautenden Gerüchten zum Trotz, wirklich gibt; und sie sich nicht ein unterausgelasteter Humorist ausgedacht hat, um die Legenden über die Stadt Schilda in die Gegenwart zu holen.
2 Ausser einigen Lesern der Mainpost, die sich genötigt fühlen, in den Kommentarspalten auf der web site dieser ganz erstaunlichen Zeitung die Wiedereinführung von Arbeitslagern vorzuschlagen. – Die Polizei war offenbar in grosser Panik, sie fürchtete tatsächlich athenische Verhältnisse, wo sie nur würzburgische zu erwarten hatte.
3 Nach Schätzung des kaiserlichen Generals Groener.

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1.
Follow the white rabbit, war in dem mail gestanden, das ich aus meinem Junkordner gefischt hatte, und da stieg ich also um 2300 in der Nacht aus der Strassenbahn in Grombühl aus und folgte in der Tat einem weissen Hasen: der Abend fing eigentlich ganz gut an.

Der weisse Hase war gar kein richtiger weisser Hase, mupfeln konnte er auch nicht, aber dafür lächelte er weise und gütig und (geben wir es ruhig zu) etwas debil. Er war ganz aus Kreide gebacken und sass auf der Strasse. Dort ging es ihm gut. Er mupfelte zufrieden und knabberte an meinen Ohren.

Etwas verlegen folgte ich dem merkwürdigen Tier tiefer in den zerklüfteten Grombühl. Er führte mich sanft und sicher, und ich fürchtete mich nicht. Tiefer stieg der Weg, schweigsam klommen wir hangab: auf vieren er, auf zweien ich, gebe der gütige und gerechte Gott, dass es dereinst, wenn wir uns wiedersehen, umgekehrt sein wird.

Am Fusse des Hügels angekommen, wies der weisse Hase hinab in einen Schacht, in den Treppen hinunterführten, und sagte mit leiser Stimme: Auf diesem Weg kann ich dich nicht begleiten. Diese Schwelle darf ich nicht überschreiten. Sprachs und hüpfte davon.

Verwirrt stieg ich die Treppe hinab. Die schmale Treppe führte in einen schmalen, grünen, hell erleuchteten Gang, der sich vor mir wand. Betäubender Lärm schien aus ihm zu dringen. Ich folgte seinen Windungen weiter: und siehe, da weitete sich der schmale Gang wie zu einem grünen Saal, und in diesem standen merkwürdige Männer und Frauen und hiessen mich willkommen.

2.
Der Saal sah aus wie die Donnerstagsdisco im akw, nur mit besserer Musik, besserer Akustik, besserer Deko, billigeren Getränken und weniger Idioten.

In der Mitte der Unterführung sassen Leute auf Barhockern (?) und Sofas. Am Rand stand ein Tisch mit Schnittchen, um den sich eine Wasserschlange ringelte. Eine junge Frau tanzte alarmierend eng mit einem riesigen Wal. Zwei Bären waren nirgendwo zu sehen.

An der Wand stand, von ungelenker Hand, mit Kreide eine grausige Warnung.

Nach rechts bog eine Treppe, dort ging es zum Europastern, diesem monströsen Fehlbau; die Lkw verschluckten draussen fast den Lärm der Musik. In den grauen Fenstern des gegenüberliegenden Grombühl war nirgends ein Licht. Nichts war dort draussen, nirgendwo, das einzige, was sich in dieser Nacht verbarg, war die lustige Gesellschaft in der Unterführung.

Es war wunderschön, und bizarr.

Am Tage sind die Strassen Feindesland; wir betreten sie ungern. Unwohl und beklommen fühlt man sich, unter unfrohen und feindlichen Menschen. Aber es reicht nicht, die Strassen nicht zu betreten; solange sie uns nicht gehören, sind unsere Wohnungen unsere Gefängnisse.

Wenn wirklich das grausigste, was diese Nacht birgt, wir sind: wie konnten wir jemals eine Macht neben uns dulden?

3.
Als, nach Stunden, zwei Polizisten eintrafen, die sich sprachlos die Szenerie anschauten und endlich die Worte fanden: „Irgendeiner macht das hier wieder sauber,“ stob die Menge bemerkenswert unkoordiniert davon, kehrte zurück, stob wieder davon, verlor sich irgendwo im Gewirr der Gassen, kehrte zurück oder auch nicht, während tatsächlich sich eine Handvoll Leute bereit fand, mit Besen, die die Exekutive eigens aus dem Burger King ausleihen liess, den Boden zu fegen; wohl auch, weil die Polizei (die rasch Verstärkung gerufen zu haben schien) einen oder zwei Leute in Handschellen gelegt hatte. Dabei bekam noch jemand Pfefferspray ins Gesicht.

Die Reste der Gesellschaft zogen danach, die Musikanlage im Schlepptau, grimmig und mit ensetzlich entschlossenen Gesichtern die Schweinfurter Strasse entlang in die Stadt hinein, wo sie dem Vernehmen nach noch ein paar Male mit der Polizei Katz und Maus spielten, bis diese ihnen die Soundanlage abgenommen hatten, mit denen sie die Bürger um den Schlaf zu bringen drohten.

Was weiter? Nächstes Mal erstens besser vorbereiten. Denn es wird und muss ein nächstes Mal geben, öfter und wilder noch, es ist nicht der Funke eines Lebens zu sehen, wenn nicht so. Aber besser vorbereiten; es müssen die Leute wissen, was zu tun ist, wenn die Party zu Ende geht.

Zweitens: der überflüssige Beweis, dass man auch Spass haben kann, ohne die dafür lizensierten Anstalten zu besuchen, wäre erbracht; aber man sollte sich hüten, die Formen, die das in der Spassindustrie annimmt, zu kopieren. Eine Disco in eine Unterführung einbauen ist lustig, weil es die Perspektive bricht; aber eine Disco ist es zuletzt trotzdem, und wenn man zu anderen Formen des Lebens finden will, wird man keine neue Disco aufmachen wollen, nicht in der Frankfurter Strasse, nicht am Europastern.

Und, meine Damen und Herren, eine weniger lange und träge Planung bitte, und etwas mehr Unberechenbarkeit, wenn ich bitten darf.

Vince O‘Brian