Archiv der Kategorie 'ungewöhnliche ansichten'

Ein weiteres Mal: „It´s time to say goodbye.“

oder: wie verängstigte Einhörner vom Mond aus niederstarren und die Welt sich in der Neigung von 23,5° ringsum dreht.

„Wir meinen zunächst, daß die Welt verändert werden muß. Wir wollen die größtmögliche emanzipatorische Veränderung der Gesellschaft und des Lebens, in die wir eingeschlossen sind. Wir wissen, daß es möglich ist, diese Veränderung mit geeigneten Aktionen durchzusetzen.“ – Guy Debord, Rapport zur Konstruktion von Situationen

Wer mich kennt, weiß – dass die oben genannten Worte schon einmal im World Wide Web Einzug erhielten. Für den Rest: Es spielt eigentlich keine weitere Bedeutung. Sie wurden damals eingemeißelt, weil sie nimmer mehr vergessen werden durften. Eingehämmert, damit jeder sich erinnern wird und ich aus heutiger Sicht sagen kann, dass es nicht schlecht tat, die Brüche zu begehen, die eben – so bitter wie sie sein mochten – unumgänglich waren. Havarien werden einer Notwendigkeit der Unkenntnis über das Unheil vorausgeschickt. Es scheint kein großer Verlust zu sein, dass ich hinfort bin. Es war eben auch kein immenser Gewinn für eine schreckliche „Szene“. Ich bin draußen. Weg. Auf nimmer wiedersehen könnte man sagen oder es auch lassen. In Anbetracht der aktuellen Lage ist dieses Vorgehen eine Unabwendbarkeit – mehr noch – ein Obligatorium.

Die letzten Trümmer eines Irrglaube an die Restvernunft der Linken, wurde von der Langeweile besiegt. Ihr habt nichts das euch berechtigt den Unsinn zu treiben, den ihr treibt. Alle anderen können mit ihrem Erfolg prahlen – ihr lasst es tatsächlich besser. Ihr versteht eure Rolle nicht, die ihr mit eurem Handeln einnehmen wollt. Die ihr mit eurem Dasein fristet. Ihr habt noch nie die Notwendigkeit einer historische[n] Verantwortung verstanden, die man als freiheitsliebender Mensch verstehen sollte. Endlich die „Notbremse“ zu ziehen, daran gilt es festzuhalten. (0) Die Vorbereitungen zu machen! Ihr versauert dort, wo sich niemand um euch kümmert. Warum sollte es auch jemand? Eure lapidaren Ausschweifungen zu Themen, die altbacken sind, sind nicht die Belange, die unseren grässlichen Alltag bestimmen und uns tagtäglich zu das machen, was wir sind. Ihr quält euch mit deplatzierten Gedanken – statt euch tatsächlich mit dem zu beschäftigen, das etwas verändern wird. Und selbst ihr kauft euch eure Postulate (ja, nichts anderes scheinen sie zu sein) mehr ab. (1) „Szenetalk“ ist es, wie es Kriegstheater als sinnentleertes „Geplänkel“ zu Recht als solches bezeichnet. (2)

Warum ist man nicht in der Bewandtnis das zu tun, das doch so unentbehrlich scheint? Ihr steht morgens auf um euch die Schuhe zu binden, das Frühstück zu verzehren, zu lüften und den Weg zur Straßenbahn zu finden – trotz der Müdigkeit die euch doch so quält. Ihr steht mittags in der Kantine um euer Mittagessen zu verzehren, um den Tag physisch zu überstehen – trotz der psychischen Qual. Ihr liegt nachts im Bett um eure Ruhe zu finden; vor dem Alltag, der noch Schlimmer nicht zu drohen scheint? Und ihr könnt noch schlafen? Trotz der Strapazen um die ihr angeblich bescheid wisst, entscheidet ihr euch täglich für das Selbige? Diesem Trott des Alltags hingegeben, scheint man solch große Übung in den Abläufen zu haben, dass man sie selbst im Schlaf beherrscht. Nicht sonst würde der Spruch eines alten Griechen auch heute noch an Aktualität verlieren, der besagt: „Auch die Schlafenden halten die Ordnung der Welt aufrecht.“

Die Welt in der die Existenz unserer zu finden ist, erkennt ihr als eine schreckliche an, doch das was ihr tut ist alles was es aufzubringen gilt? Dann werde man auch euch den Kampf ansagen müssen. Es gilt nämlich: „All dem muss in offener Feindschaft entgegengetreten werden, um endlich das Leben selbst herauszufordern.“(3) Die Gefahr dabei ist gen Ende gänzlich die, alleine in der Backstube als Lehrling auszuharren. Alleingelassen von der „Ersatzfamilie“ von den Leuten die einen zeitweiligen Lebensabschnitt mit uns teilen und sich wie so oft Freunde schimpfen. Die Dinge so hinzunehmen scheint jedoch auch für euch nicht ganz in Ordnung, dieser letzte Keim muss sprießen, damit es wenigstens Unkraut wird. So arrogant bin ich!

Es nämlich einfach so hinzunehmen wäre fatal und mit dem Bewusstsein, der Dringlichkeit auf Veränderung hin zu einer emanzipatorischen Tagesordnung nicht vereinbar. Warten können wir nicht länger. Warten wollen wir nicht länger. Und während die isländische Vulkanwolke zeigt, wer die Krise ist, schafft man hier keine Zuspitzung. (4) Vielleicht ist noch nicht die Zeit gekommen es begreiflich zu machen, dass unser Anliegen derzeit keine revolutionäre Bewegung sein kann. Immerhin dient noch die Poesie der Toten für eine Nordwestpassage zu den Ansätzen einer möglichen emanzipatorischen Gesellschaft, und solange dies so ist, werden sie viel lebendiger sein als die Lebenden selbst.

In den Nervenzellen meines Gehirns spielen sich im Gleichtakt Illustrationen ab, die keine Photothek aufnehmen könnte, da sie endlos sind. Ohne Anfang, ohne Ende – und ständig wäre ein Einschub, ein Schnappschuss möglich. Doch niemand findet augenblicklich den Auslöser. Das Stativ ist bereits auf drei Beine gestemmt. Das Objektiv scheint jedoch noch in Bauplanung und für das Kameramodell gar nicht gerüstet. Der Fotograf muss erkennen, dass nur er alleine den Auslöser zu aktivieren hat, denn das Objekt der Begierde schreitet immer weiter Richtung Horizont. Und trotzdem scheint es wichtiger als ehemalig, „je unmöglicher der Kommunismus ist, desto verzweifelter gilt es, für ihn einzutreten.(5)

Damit das Blitzlichtgewitter endlich Einzug erhält!

Karl von Irgendwo oder so.

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(0) Der Terminus der Notbremse ist Walter Benjamin entlehnt: „Marx sagt, die Revolutionen sind die Lokomotiven der Weltgeschichte. Aber vielleicht ist dem gänzlich anders. Vielleicht sind die Revolutionen der Griff des in diesem Zuge reisenden Menschengeschlechts nach der Notbremse.“ – Walter Benjamin. Angesichts der Züge die nach Auschwitz rollten, mag es tatsächlich eine revolutionäre Tat gewesen sein, diese Notbremse spätestens (!) an Ort und Stelle zu ziehen.
(1) Nebenbei könnt ihr sie ja nicht einmal formulieren und würgt bei genauerem nachfragen kleinlaut ab: „Ja, ich weiß das ja auch nicht so genau. Kann schon sein.“
(2) www.kriegstheater.blogsport.de in dem Beitrag mit der merkwürdigen Überschrift: „Manifest (Entwurf)“
(3) Carlo Raimondo Michelstaedter. In offener Feindschaft mit dem Bestehenden, seinen Verteidigern und seinen falschen Kritikern
(4) Ich möchte natürlich die Annahme – die derzeit eher einer Tatsache entspricht – nicht abstreiten, dass die deutsche Bestie gerade derzeit so schrecklich barbarisch daherkommt und eine Konterrevolution viel wahrscheinlicher als alles andere wäre. Solange diese Befürchtungen bestehen, darf man getrost auf keinen Umsturz hoffen. Mehr noch, man muss gegen ihn Stellung beziehen.
(5) Max Horkheimer. Um mich auch einmal bei den beliebten Zitateonkeln zu bedienen.

Wie denken die? Fragmente (1)

Neuer abgefahrener Fetisch?

Welcher Hirni googelt eigentlich jetzt schon zum zweiten mal

„Antideutsche Idioten aus Würzburg beim Ficken ertappt“?

Handelt es sich hierbei um einen neuen abgefahrenen Fetisch, wegen dem sich der ein oder andere doch noch Rolläden an die Fenster machen muss?

„Ihr aber seht und sagt: Warum? Aber ich träume und sage: Warum nicht?“ (George b. Shaw)

Kaputt und zerstört, erniedrigt und beschmutzt, langweilig und angespannt, schon halb tot und trotzdem noch hier.

Es ist Abend, schon spät. Ich enttäuscht, sitze an meinem Schreibtisch. Denke an großes und kleines. Weiß nicht was ich machen soll.Weiß nicht was ich tun soll. Die Fliege, die sich in dem kleinen 8 qm Zimmer verirrt hat, lässt mich zu Anfang wahnsinnig werden. Eine kleine Stubenfliege. Nicht besonders groß, auch nicht so besonders klein. Nicht wie eine Essigfliege. Sie summt, entdeckt die letzte funktionierende Birne der Nachttischlampe als ihre Bühne. Sie tanzt. Zu so später Stunde. Eine Uraufführung ihres ersten Stückes, so sagt sie zu Beginn. Ihres vielleicht letzten Stückes. Und sie tanzt so, als wäre es ihr letzter Tag auf Erden. Und sie weiß es nicht. Sie kann es nicht wissen. Ich könnte einwirken, aber lasse es. Lass sie leben. Nun bewegt sie sich zu fantastischen Tönen des Sommers der Vierjahreszeiten von Vivaldi. Sie begeistert mich.Verbrennt sich nicht an der Lampe. Sie schwebt, eine verblüffende Leichtigkeit. Benimmt sich, als wäre es der letzte Tanz. Und ich?
Ich sitze hier, in einer gering beleuchteten Kammer vor meinem PC. Versuche über das World Wide Web Kontakte zu schließen, mich zu informieren, zu diskutieren, mein Leben zu planen und es gleichzei- tig weg zu schmeißen. Versuche mich abzulenken. Von was? Ich kann es nicht sagen. Sitze wie aber- tausende vor diesem Dreck. Probiere meine Nöte und Ängste loszuwerden – schaffe es nicht.An niemanden, vielleicht eine oder zwei Personen.Verachtend! Der Kontakt zur Außenwelt bleibt mir ver- wehrt. Kann mich nicht mehr artikulieren. Kann mich nicht mehr hören.Weiß nicht wo ich bin. Bleibe verwirrt. Und wenn doch, dann nur mit den „einzig wirklichen Menschen [,die für] mich die Ver- rückten [sind], die verrückt danach sind zu leben, verrückt danach zu sprechen, verrückt danach, er- löst zu werden, und nach allem gleichzeitig gieren – jene, die niemals gähnen oder etwas Alltägliches sagen, sondern brennen, brennen, brennen, wie phantastisch gelbe Wunderkerzen, die gegen den Sternenhimmel explodieren wie Feuerräder, in deren Mitte man einen blauen Lichtkern zerspringen sieht, so dass jeder „Aahh!“ ruft.“1 Und wenn mir auch diese Momente der Verrücktheit noch so gut gefallen. So bleiben sie kein Dauerzustand. Es wäre zu leicht. Es wäre zu schwer. Wieso? – Ich kann es nicht sagen. Ich lasse nichts aus. Raste bald aus. Ich brenne, und nicht wie ein Osterfeuer. Sondern wie vier Flugzeugträger, drei Space-Shuttles und ein Würzburg 1945. Ich tue mir schwer. Kann dir und dir nicht sagen was ich für dich empfinde. Sei es Abneigung, sei es Zuneigung. Kann dich nicht so sehen wie du bist. Sondern nur wie durch meine stets verdreckte Brille von Fielmann.Werde meine Gefühle nicht los. Ich habe Angst, ein leben lang. Vermassele ich es wieder? Sollte ich mit dir reden? Sag mir es doch! Du bist so kompliziert. Ich bin so kompliziert.Wir – wer auch immer das ist – sind kompliziert. Ich kann es nicht verstehen. Ich handele nicht als ich.Vielleicht als wir.Wahrscheinlich wäre es prozentual auszurechnen.Vielleicht aber auch nicht.Warum nicht? Warum sind wir so schrecklich verklemmt. Kann nicht reden. Es ist nicht einfach. Ich verstehe es nicht. Komme damit nicht klar.Will dir etwas sagen, kann es nicht. Meine Zuneigung dir gegenüber äußern? Puhhh. Ich habe Angst.Weine. Ziehe mich zurück.Ablenkung. Finde mich wieder vor dem PC.Verstecke mich vor der Langeweile. Die Langeweile, die so schrecklich erdrückend ist. Die mich fertig macht. Die mir Kummer bereitet. Ein Leben lang. Bis auf, es verändert sich etwas. Ich kann nicht hoffen. Nicht so lange warten. Und die Aussicht ist so trüb!
Raste irgendwann aus. Zünde alles an.Verweigere mich allem. Und das werde nicht nur ich sein. Das werden wir sein! Wir, die Individuen und wir können tanzen. Die Ballnacht ruft! Nächte lang, wie diese Fliege vor mir.Wie diese, die so glücklich schwebt und summt. Ihres Lebenswillen hier ist. Und es wird noch davon berichtet werden.Von einem Tanz um die Welt.
So lasst uns die Platte sanft und vorsichtig zum Plattenspieler tragen. Die Boxen zur Straße. Und in einer unvorstellbaren Lautstärke, die die Welt noch nicht gehört hat, dass Lied der Tanzenden zum Tanze spielen. Tanzen und trampeln, bis die Beine vor Müdigkeit zurückschrecken und das Pflaster frei gemacht wird.Wir den Strand zu Gesicht bekommen. „Sous les pavés, la plage“. Oder wir werden konform.

Karl von Medina
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1 Jack Kerouac – On the Road

Der Räuber im Gendarmen

Der Räuber im Gendarmen

Überlegungen zum Innenleben der Ordnungsmacht während der Verkehrskontrolle

Würzburg bei Nacht. Geruhsam vor sich hin schlummernd, und trotzdem, geradezu auf eine paranoide Art und Weise, wachsam, ängstlich und stets bis auf die Zähne bewaffnet. Die einzigen Automobile, die mir in an diesem frühen Dienstagmorgen begegnen, sind Taxis und Streifenwagen. Und glauben sie mir: Ich leide nicht an Wahnvorstellungen, wenn ich auch alle anderen Autos, die mir entgegenkommen, für zivile Einsatzfahrzeuge halte. Das zeigt die bittere Erfahrung unzähliger Verkehrskontrollen, inklusive Drogentests, Autodurchsuchungen und weiteren Demütigungen. Aber das ist eine andere Geschichte. Sollte es dennoch einmal passieren, dass eine Privatperson des Nachts den öffentlichen Raum benutzt, um von A nach B zu gelangen, stürzt sich die Ordnung auf diese wie eine Meute hungriger Wölfe, denen du ein Stück Fleisch vor die Füße wirfst.
Und so werde auch ich, in meinem Kleinwagen mit kaputtem Bremslicht, ein Hors d‘oevre für das grüne Rudel. Nur kein Hauptgang werden. Eine Polizeistreife stand an ihrer Lieblingsstelle und ließ sich das berühmte „wir-folgen-Dir-einige-hundert-Meter-und-hoffen-dass-du-nervös-wirst-Psychospiel“ nicht entgehen. Nun leuchtet „Stop-Polizei“, wie immer in Blutrot. Zwei junge, engagierte Ordnungshüter steigen aus. Es sind alte Bekannte, obwohl ich die beiden Jungspunde noch nie gesehen habe. Was ich an ihnen wiedererkenne ist dieses selbstsichere, furchteinflößende und doch so leere Grinsen, das Polizisten, die die Schnauzbartzeit noch nicht erreicht haben, kennzeichnet. Und noch etwas kommt mir bekannt vor: die Gelfrisur. Niemand sonst schmiert sich eine solch übertriebene Menge Pomade in die Borsten und formt diese zu einer „Frisur“, die selbst David Beckham hätte sein lassen sollen.
Ein erster Feindkontakt. Langsam kurbele ich das Fenster hinunter. „Guten Morgen, Polizeikontrolle. Führerschein und Fahrzeugpapiere!“ Wortlos übergebe ich meine Papiere. Auch sein unterfränkischer Zungenschlag hört sich für mich vertraut an. Ich muss an meine Schulzeit auf dem Dorfe zurückdenken, an Fünfer in Latein und Mathe, an Händchenhalten in der Geisterbahn, an Brausestäbchenessen im Freibad und an all die einstigen Klassenkameraden, die heute ihrem beschissenen Job nachgehen.Und ich muss auch an Coco und Ralle1 denken. Sie waren die Coolen von der Schule2, mit einer Attraktivität für das weibliche Geschlecht ausgestattet, die eben nur auf dem Lande existiert: Die coolen Fußballtypen, stets mit abgedroschenen Sprüchen auf den Lippen, kleinen Prügeleien auf dem Pausenhof nie abgeneigt. Immer auf eine Art und Weise bedrohlich auftretend, vor allem gegenüber dummen Strebern oder Fettsäcken wie mir. Die typischen Halbstarken also, die auch mit 20 Jahren noch ihre 15 Jahre alte Freundin mit dem GTI von der Schule abholen werden. Damals, in der fünften oder sechsten Klasse, gingen bestimmt einige Eltern davon aus, dass den beiden Fußballhelden, denen die Faust so locker sitzt, eine kleinkriminelle Zukunft bevorstehe. Es kam anders: Beide wurden Polizisten.
„Herr Arthur, schon mal was mit der Polizei zutun gehabt?“ Ich hasse diese rhetorischen Fragen, diese vorhersehbaren Spielchen auf den Nerven verängstigter Autofahrer. Sollte ich wirklich einen Eintrag in irgendeinem Polizeiregister haben, so wissen dies die Ordnungshüter spätestens nach der Überprüfung meiner Daten per Funk. Aber zurück zu Coco und Ralle: Ich habe mich oft gefragt, wie sich ein Polizist im Moment der Verkehrskontrolle fühlt. Ob er es befriedigend findet, Leuten von Berufswegen psychisch, manchmal auch körperlich, zu schaden. Ob er zu Hause seiner Freundin stolz davon erzählt, wie vielen Kiffern er diese Woche ihren Führerschein entzogen hat, genauso wie ein Jäger damit prahlt, wie viel Wild er des Nachts erlegt hat. Und wenn ja, woher stammt der Antrieb, selbst den kleinsten Delikten nachzugehen? Coco und Ralle wurden Gendarmen- aber in ihrer Kindheit und Jugend waren sie eher die Räuber. Die Clique, die sich aufspielte, als gehörten ihr alle hübschen Mädchen, DFB-Pokale und dein Pausenbrot. Ihre Allmachtsphantasien wurden Realität: Coco und Ralle müssen sich heute nicht mehr einbilden, ihnen gehöre die Welt: Der Polizei gehört sie zumindest mehr als mir, wie ich in diesem Moment erneut feststellen muss.
„Haben die heute Abend Alkohol getrunken oder illegale Drogen konsumiert?“. „Nein“. Der eine Polizist holt eine Taschenlampe und leuchtet mir damit in meine Augen. „Ihre Pupillen reagieren überhaupt nicht!“, faucht es aus ihm heraus. Die Tricks der Ordnung sind derart vorhersehbar, derart dämlich, dass ich darüber nicht einmal mehr lachen kann. Hat man diese Prozedur einige Male mitgemacht, dann verwandelt sich die Angst vor der Polizei irgendwann in Häme oder blanken Hass. Es handelt sich um die Masche, einfach zu behaupten, dass man keine Reaktion zeige, um Menschen nervös zu machen. Und dieses Herumfuchteln mit der Taschenlampe erinnert mich erneut an einen Halbstarken, der sein Springmesser an meine Kehle legt. Und meine Schulkameraden Coco und Ralle? Aus zwei jugendlichen Räubern wurden am Ende Gendarmen. Woher der Antrieb, woher die Akribie rührt, Kleinkriminellen ihr Dope wegzunehmen oder das Wort „Bulle“ als Beleidigung zu registrieren, konnte ich nie verstehen. Vielleicht habe ich nun endlich eine Antwort gefunden. Aus Räubern wurden Gendarmen. Gendarmen jagen Räuber und jagen dadurch die eigene Lust am Ganoventum. Verdrängen durch ihre Arbeit den gesetzeslosen Teil ihrer selbst, der tief unter der Oberfläche ihres Ichvergraben liegt.
Wie aus dem Nichts reicht mir der Polizist auf einmal meine Papiere und verabschiedet sich mit „OK, alles klar, einen schönen Morgen noch!“ in die Nacht. Danke auch. Wenigstens war ich der Polizei kein Hauptgang. Ich habe mich nie mit ihnen versöhnen können, mit den Herren in Grün, obwohl ich es mir längst abgewöhnt habe, irgendeinen Beruf, den die bürgerliche Gesellschaft gebärt, moralisch verurteilen zu wollen. Außer den Polizeiberuf.
Die Erkenntnis aber, dass auch Polizisten vermutlich nur kleine Ganoven wie du und ich sind, macht mich seitdem froh.

Von Arthur Anna
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1: Namen von der Readaktion geändert

Das Aktionsbündnis „Bildungsstreik“ als Domteur und Bändiger

Wenn es die Antideutschen nicht gegeben hätte, man hätte sie erfinden müssen.

Da mobilisiert ein Bündnis Bildungstreik Hunderte von StudentInnen undSchülerInnen zu einer Demonstration gegen die Zumutungen des Studiums, brüllt ein wenig „Wer ist das Problem? Das System!“ durch das Megaphon, gibt den StudentInnen sogar die Zeit, ein paar Sitzstreiks vorzutäuschen, und wundert sich am Ende darüber, dass ca. 200 Leute doch noch auf einen vernünftigen Gedanken kommen: nämlich Sabotage zu betreiben.

Was aber fällt dem Aktionsbündnis Bildungsstreik dazu ein? Es beklagt sich darüber, dass diese Aktion der Abschlusskundbegung TeilnehmerInnen genommen habe. Wie tragisch. Außerdem sei es eine Splittergruppe mit antideutschen Parolen gegen den Staat gewesen, sagt das Aktionsbündnis, und hat damit natürlich das passende Schimpfwort gewählt: denn immer wenn man nicht fähig ist, etwas zu begreifen, hat man zum Glück das Wort „antideutsch“ parat.

Ich dagegen habe auch ein Schimpfwort mitgebracht: konterrevolutionär.

Ich resümiere: Wenigstens bewirkte die Sitzblockade auch etwas gutes: die Jung-PolitikerInnen von denen zu trennen, die die Sehnsucht der Revolte in sich tragen.

Mehr zur ganzen Sache im neuen Letzten Hype….

Über München und seine Leut‘

Dieser Text handelt von München und hat trotzdem mehr mit faulig vor sich hin modernden Provinzsümpfen wie Gerbrunn, Ochsenfurt, Hemmersheim oder Gollhofen zutun, als sie vielleicht zuerst annehmen würden.
Stellen sie sich einfach vor, zwei Ochsenfurter Gestalten mit kurzen Hosen kommen in Düsseldorf in eine Kneipe und bestellen, ohne vorher auf die Karte gesehen zu haben, ein Öchsner Bier aus Ochsenfurt. Und wenn der Herr Wirt den beiden antwortet, dass es kein Öchsner Bier gebe, bestellen sie ein Kauzen Bier, ebenfalls aus Ochsenfurt. Abermals teilt der Wirt den beiden Dorfkreaturen mit, dass es auch kein Kauzen Bier in seiner Kneipe gebe. Die beiden Ochsenfurter gucken verdutzt und ein wenig erzürnt, besprechen sich kurz, einer von beiden verdreht die Augen und schnaubt dann in lautem Ton „Habt ihr denn überhaupt irgendein Bier?“ vor sich hin. Wenn die Geschichte wirklich passiert wäre, dann fänden sie das Verhalten der beiden jungen Leute etwas merkwürdig, nicht wahr?
Eine weitere Geschichte zur Veranschaulichung: Ein volkstümlicher Sonderhöfer, engagiert im Krieger- und Kameradschaftsverein Sonderhofen, liebt jedes Element seiner Ochsenfurter Gautracht. Er liebt seinen albernen Spitzhut, sein schwarzes Lederwestchen, sein Hoserl, dessen Bund er knapp unter der Brust trägt und seine grauen Wollsocken, in die er sein Hoserl gesteckt hat. Eines Tages kommt er auf die Idee, dass seine Tracht womöglich nicht nur volkstümliches Zeug, sondern neuer Schick ist, auf den die Welt gewartet hat. Also zieht er los in die Metropolen dieser Welt, nach Paris, London, New York, Tokio und viele weitere Städte, und lässt seine Tracht an. Und wenn die Leute über seinen merkwürdigen Anzug scherzen, ihn sogar verspotten, dann kann er diese Menschen nicht verstehen. Nein, er verlangt sogar, dass die Welt ihn zu verstehen habe. Er bettelt um Akzeptanz, mehr noch, er verlangt Bewunderung für sein Volkstum. Auch ein solches Verhalten fänden sie durchaus merkwürdig, oder?
Oder stellen sie sich vor, ein Großlangheimer Autohändler zieht in eine Millionenstadt. In Großlangheim wurden ihm einige Ehren zuteil: als Sohn eines armen Landwirts arbeitete er sich nach oben und gilt für die Dorfbewohner als „Macher“. Er saß für die Freien Wähler zwei Jahrzehnte im Stadtrat, engagierte sich im Verein zur Heimatpflege und im Vogelschutzverein, ist Ehrenbürger seines Kaffs und mehrjähriger Gewinner des Kitzinger Tenniscups in der Klasse der Jungsenioren. Auch sein Habitus entspricht seinem sozialen Status: Familienfeste werden prunkvoll gefeiert, Giorgio Armani Sonnenbrille, Kitzinger Maßanzug und sein kleinbürgerlicher Machismo gehören genauso dazu wie sein sabberndes Gelaber über seine liebreizende fränkische Heimat. Jetzt kommt der Großlangheimer Kleinbürger also in die große Stadt und möchte mit offenen Armen empfangen werden. Er war der Held seines Dorfes, und genau deshalb muss er auch der Held der Großstadt sein. Das merkwürdige an der Metropole, in die er zieht, ist, dass er dort auf tausende Gleichgesinnte trifft. Dass sich dort fast alle Leute wie Bauern im Anzug aufführen, denen trotz ihres schicken Anzugs noch ab und zu Ackerdreck von den Stiefeln bröckelt. Auch diese Vorstellung kommt ihnen womöglich etwas merkwürdig vor…
München, besser gesagt seine Leute, das ist Ochsenfurt mal 1000 oder Iphofen mal 2000. Wenn zwei Münchner in eine Kneipe oberhalb des Weißwurstäquators kommen, dann wird auch ein Erdinger oder ein Paulaner verlangt, ansonsten ist man eingeschnappt wie ein Bauernjunge, dem man sein Leberwurstbrot weggenommen hat. Wenn man nach München kommt, so darf man nur ganz leise lachen, wenn einem ein Mensch in bayerischer Tracht begegnet, denn die Münchner haben es ja zum Schick erklärt, sich zu kleiden wie elbgermanische Sumpfbewohner ohne Schriftkenntnis. Und wann immer sie ein Sportwagen auf der A3 ausbremst, sie können sich sicher sein, dass das Auto ein Münchner Nummernschild trägt.
München ist ein merkwürdiger Ort. Es scheint mir, als hätten sich hier 1,3 Millionen geklonte Veitshöchheimer Kleinbürger versammelt, um eine überdimensionierten Dorfdisko zu errichten1. Die Würzburger bilden sich ein, in einer Stadt zu leben. Die Münchner machen sich nicht einmal mehr die Mühe und bezeichnen ihre Stadt stolz als „Großes Dorf“, ohne jedes Schamgefühl. Die Mentalität eines Kartoffelroders, das Sozialverhalten einer Rübenziehmaschine und der Habitus eines Dreschflegels: All Das wird in München geadelt statt getadelt. Meiden sie München!

Für immer Ihr Hunter S. Heumann

Ungewöhnliche Ansichten #3: 2007 محلة الكبرى

[E]verything changed in December 2006. A new phenomenon appeared: militant workers, though lacking political background. Many women stood out among them. In general, they belong to no organization or party. There was a need to start from scratch, to create active committees with the aim of educating the workers, giving lectures and organizing leadership courses.

Artikel im israelisch-arabischen Magazin Challenge über die Arbeiterunruhen im ägyptischen Mahalla im April.

The awakening of labor has surprised not just the regime but also the various leftist movements. The Egyptian Left includes a broad spectrum of national Nasserites and socialist organizations.

Until now, in the absence of a workers‘ movement, the section of the Left that sought to distance itself from Mubarak had no population to work with, so it limited its activity to supporting the Palestinian national movement. In the year 2000 it backed the Intifada, and especially Hamas, which it saw as leading the resistance. Now, however, the workers‘ struggle has made a new approach possible, neither national nor Islamic. It is opening a third, internationalist alternative. Since the start of the awakening, the labor movement has provided the Left with its natural environment, and there is the feeling that leftist forces are again on their feet.

Es ist natürlich immer gut, wenn die Linken von der Zündelei mit der nationalen Sache abgelenkt werden; den Arbeitern von Mahalla und anderswo ist trotzdem zu raten, diese nationale Linke und andere Recuperateure lieber nicht anzufassen (die offizielle ägyptische Linke ist, was ihre Stellung zur allgemeinen Befreiung betrifft, mit der offiziellen deutschen vergleichbar; und in etwa so fossil.)

Wie auch immer, wir hatten ja in der Printausgabe irgendwas kurzes dazu geschrieben.

Via Wartezeit überbrücken und Entdinglichung.

Ungewöhnliche Ansichten #2: L.A. 1992

The Rebellion in Los Angeles:
The Context of a Proletarian Uprising

Ein Text über die riots 1992 in L.A. Gut zu lesen darüberhinaus:

James Carr, The Black Panthers, & All That von Endangered Phoenix und natürlich den Text der Situationisten über die riot in Watts von 1965.

Ungewöhnliche Ansichten Teil I: Ayasake

Heute: ein antijapanischer antideutscher Operaist. Und er hat einen Kommentar zu den Ereignissen in Ghaza, Filastin:

Klassenkampf gegen den Islamismus

Das sollte ungewöhnlich genug sein für den Anfang. Der seinerseits ungewöhnlich interessante Text findet sich erstens hinter dem Link , zweitens in Auszügen hier.

The Takeover

In a discussion with a German comrade awhile back, I brought up the appeal of Marwan Barghouti, jailed former leader of the Tanzim, and his political faction Al-Mustaqbal. Barghouti had abandoned the Tanzim after a series of suicide bombings, and has a history of collaboration with Israeli left groups such as: Women in Black, Gush Shalom, Yesh Gvul, Ta’ayush etc. My German friend wrote me back saying: „Yes, his politics sound good, but how many guns does he have?“

At the time I was skeptical of his response. The Palestinian intifada had proven (in its best moments) that popular resistance to occupation could overcome a more powerfully armed adversary. What relevance to emancipation would the side with the most weapons really have?

This question was in a way answered rather brutally two days ago in Gaza. By now the basic course of events should be well known: after Hamas‘ election and refusal to engage with the terms of the Quartet, i.e. ongoing negotiation based on the Oslo accords, tensions developed to explosion between Fatah and Hamas, leading to a state of civil war. What is less clear is what events led Hamas to enact an armed dictatorship of the Gaza strip. To understand this we have to return to the period directly after the Hamas election. The boycott of the Hamas government by the west had not gone on for very long when public sector workers in Gaza reacted against the new austerities imposed upon them by Hamas‘ rejectionism, staging strikes and demonstrations against the government late in 2006. Proving their democratic credentials, Hamas attempted to break the strike, firing on the demonstrators and encouraging students to scab against their teachers.

„As a protest against the attempts by the banks to confiscate part of the emergency money paid out to workers for loan repayments, demonstrators stormed offices of banks in the occupied territories. The industrial action taken by the workers resumed the the same day and rumours of an impending all out strike began to circulate
….
The strike included at its start, 37,000 teachers, 25,000 health workers, and 15,000 other public-services workers
…..
In front of the parliament there were continuous demonstrations with thousands demanding payment of wages, unemployment benefit and the creation of more jobs. They shouted slogans, threw stones at building and stormed the gates until they were brutally repressed by the riot police.

In Ramallah on the 30 August, a crowd of 3,000 people demonstrated outside a venue were Abass was meeting UN Secretary General, Kofi Anan. The demonstrators shouted “From today there is no government anymore. From this day on, there is no parliament anymore!” and “We have no money in our pockets.”

Less than a year ago the local Hamas leadership spoke about the possibility of an Intifada against the PNA. Now it is starting to understand that they themselves could be the target of such an event. The government is in negotiations with the strikers and it looks possible that the conflict will come to a negotiated end. The political direction is towards the formation of a unity government.

(Socialist World)

By the time tension between Hamas and Fatah was building towards explosion in the Gaza strip, Hamas had again to cope with the large-scale walkout of 15,000 public sector workers this April. The question was posed: how could Hamas slow this potential Intifada against its government? We could ask Rasem Al Bayari, Palestinian trade unionist of the PGFTU, one of many workers whose life was targeted by Palestinian security forces (led by Hamas). But sheer violence and repression were not adequate to contain the unrest. Hamas found other means more familiar to its activists. By firing or permitting the firing of rockets into southern Israel, Hamas could continue to make the eliminationist case for claims on Israeli territory, creating a focal point of ‚national resistance‘ through which the population could be distracted with the fantasy of evicting the Israeli population. The rockets also double as bait for Israeli counterattacks, which could be used to unify Palestinian factions on Hamas‘ terms (since this interplay has been one of Hamas‘ major strategies after disengagement, it is obvious why Olmert has refused to hit Gaza in any major way so far). The focal point of the rocket launches more importantly allowed the party to compete with rival factions in Gaza, where Hamas struggled to increase its influence in streets that it did not fully control.

Context of the Crisis

The insurgency against the US armed forces in Iraq has completely changed the coherency of American imperialism in the middle East and these changes are visible in the recent events in Gaza. In the midst of the largest crisis of American foreign policy in its history, Washington is increasingly trying to shelve not only the management of the Iraqi state in crisis, but also its stake in the proxy war waged by Saudi Arabia, Iran and Syria in Iraq onto American allied Arab states in the region. This ‚disengagement‘ could take the form of withdrawal with a political settlement negotiated among regional powers (including Iran) or an escalation into a wider regional Middle East war involving a mobilization of Saudi Arabia against Iran (the Iraqi civil war is an anticipation of this conflict). The results of the latter would be particularly grave for humanity. Washington has gone so far as to look the other way as Turkey invades Kurdistan to attack Kurdish nationalist militias like the PKK, with the Machiavellian logic that perhaps this pressure could produce a compromise on the bitterly contentious city of Kirkuk. Within this, the American ruling class is trying desperately to shore up its position in the Middle East in order to maintain a potential threat in the region.

That has meant in the context of Hamas‘ putsch in Gaza that the strip could be abandoned to Hamas while the West Bank and even camps in foreign countries like Lebanon are brought under the control of Fatah and the new PA. Under these conditions, the US will release funding for the newly established PA and Israel will release tax revenues withheld from the Hamas government. The ending of the sanctions will in some ways be an improvement, but only for those in the west bank. In this way, America tries to prop up a new Palestinian Authority, loosely federated with the remaining American-allied ruling classes in the region: Jordan, Saudi Arabia, Kuwait, UAE, Lebanon and Iraq (both shaky).

The shoring up of Fatah is primarily an effort by the Western ruling class to shore up its warfare against the emerging opposition belt from Lebanon to Iran to Syria. There have already been many arguments in the media for bringing both Fatah and Hamas into the ‚Sunni orbit‘, which refers to the American-allied states in the region. Hamas on the other hand is largely viewed as a lost cause due to its engagement with Iran and Syria.

By now much of the left is able to identify the ruthlessness of Hamas in the Gaza takeover. Some on the far left even take a clear position against both Hamas and Fatah, whom they argue will to varying degrees repress struggles within Palestinian society. In a discussion recently a comrade summarized this position succinctly:

„In other words, it’s a conflict between two completely reactionary forces and ideologies.“

The attacks against Israel on the plane of history and ideology present a particular danger in my view. Popular opinion is generally drifting towards the idea that Israel is a nation that deserves either abandonment, dissolution or, in the extreme, elimination. I‘m prepared to argue the exact opposite: that Israel is the only nation with a good reason to exist. That is, along with some on the German left, I think that an opposition to capitalism, imperialism and nationalism must include a solidarity with Israel, a nation whose creation was an inevitable result of the failure of the first revolutionary wave which could not prevent or defeat Europe’s lapse into anti-semetic barbarism. The subsequent history of Zionism and Israel is as much a history of liberation as it is a history of imperialism and colonialism.