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Würzburger Schandtaten.

Die Freundinnen und Freunde des Post-Prä-Bikri haben Mut bewiesen! Sie haben die Qual über sich ergehen lassen, dass „Pferd-Tret-Festival“ zu besuchen und darüber auch noch ihre Eindrücke der Welt zu präsentieren. Aber liest selbst:

Es ist manchmal sehr interessant, wie manche Menschen dem Sog des Sommerlochs in Würgtown zu entkommen versuchen. Kaum zu glauben, ist einmal die übliche Klientel des Bildungsstreiks aus der Stadt, geschehen durchaus amüsante Sachen. Zu unserer Schande müssen wir gestehen, bei Critical Mass waren wir nicht und können folglich auch nicht einschätzen, was das für Menschen sind und ob sie mit dieser Stadt und diesem Sommer mehr Probleme haben, als dass in Würgtown kein nötiger Respekt den FahrradfahrerInnen entgegengebracht wird.

PS: Der Hype steckt in der Klemme, pardon (!) – Presse fest. Nächste Woche ist es soweit.

Vorabveröffentlichung: Intro #15

(da der Hype #15 noch ein bisschen auf sich wartet lässt- ob er in ein paar Tagen oder in in paar Jahren herauskommt wissen nur die Götter- könnt ihr hier ein kleines Schmankerl lesen: das Intro der neuen Ausgabe)

Intro 15

Vor drei Jahren saßen ein paar Leute in einer Kneipe und tranken Bier. Im AKW! standen die Zeichen gerade mal nicht auf Insolvenz, sondern eher auf Neuanfang. Die Idee kam auf, das AKW-Infoheft wieder ins Leben zu rufen. Irgendwie hat das dann doch nicht funktioniert. Aus Gründen, an die wir uns nicht mehr erinnern können, starteten wir dennoch ein Zeitschriftenprojekt. Unter anderem mit dem Anspruch, so steht es jedenfalls im Intro, „ausgewählte Aspekte dessen, was zwischen Hardcore und Indie sich tut“ zu liefert. Naja.
Nach drei Jahren lassen wir nun ganz unsere LeserInnen sprechen und auf die Redaktionsarbeit zurück blicken. Viel Vergnügen mit der Ausgabe #15…

„Ich finde dieses komische Linke Kampfblatt schlicht bescheuert und pseudointelektuell… das is genau das richtig für diese „Ich bin gegen alles und Jeden weils alles Faschisten sind, aber Mama zahlt mein Studium“ Studenten“
El Camel im Szene-forum

„ Ich kenn sowohl die Zeitschrift als auch ein/zwei ihrer Macher. Die Artikel wollen einfach mit aller Gewalt provozieren – ansich nichts schlimmes, aber wenn man weiß wer dahinter hockt (Leute die keinen Deut besser sind als das worüber sie schimpfen) verliert die Sache schnell ihren Glanz.“
Szene-Forum

„Wuerzburger Kunst & Lebezeitschrift“
Der Keil

„Weißt, immer dieselbe Scheiße. Andere machen was und werden von denen, die nichts machen, auch noch beschimpft aus einer zynisch distanzierten pseudo-intellektuellen Haltung heraus.“
Kommetar auf wuerzburg-brennt.de

„ich kenne auch einen redakteur – dieser lebt seine meinung und publiziert sie
jedem das seine würde ich sagen. aber so „underground“ zeitungen sind doch lustig und eine wahre alternative zu boulevard würzburg, fritz oder sonstigem schund“
Szene Forum

„Ich habe den Letzten Hieb an der Araltankstelle in der Zellerau das erste Mal am Stehtisch in den Händen gehalten. Dort kann man gut Bier trinken. Wenn es Jörg Finkenberger schafft, in einem Satz weniger als zwei Kommas zu verwenden, spendier ich ein Bier.“
Danny, Falcon Five

„Wir lieben kritische Geister, am liebsten, wenn sie sich beteiligen. neun7 ist eine offene Redaktion.“
Ivo Knahn

„Schaut mal, der Letzte Hype versucht schon wieder in seiner ekelhaften, arroganten Art zu provozieren.“
Kommentar auf wuerzburg-brennt.de

„Interessieren täte mich nur mit was dieser Homepage-Verfasser sein Geld verdient. Wenn es die Dummheit ist, dann ist er Multi-Millionär.“
Kurt Müller auf dem Hypeblog

„Ihr Verfasser seid Deutschlands armseligste Menschen.Ihr könnt Gott (falls ihr wisst was dass ist) danken, dass ihr in Deutschland leben dürft.“
Kurt Müller auf dem Hypeblog

„Ey cheff wenn ich du wär würd ich die seite löschen!“
Tja auf dem Hypeblog

„geschrieben von ein paar Provinzzweitsemestern“
Fernando auf dem Hypeblog

„Ein nobler Ansatz, jedoch sollte ein bisschen mehr Rücksicht auf Orthographie genommen werden. Vielleicht mal einen ausgebildeten Lektor einstellen.“
Labse, Falcon Five

„Shut up. Go back to Ausschwitz“

Über so genannte Friedensaktivisten auf der Mavi Marmara

Die Linkspartei, die sich für keine Lüge zu schade ist, hat behaupten lassen:

Inzwischen haben auch die israelischen Streitkräfte eingeräumt, dass es sich bei den Aufnahmen eines Gesprächs, bei dem angeblich ein Aktivist die Militärs aufforderte, nach Auschwitz zurückzukehren, um eine Fälschung handelt.

Nein, das haben sie nicht. Sie haben auch gar keinen Grund dazu, wie man auf 2:05 hier sieht:

„Shut up, go back to Auschwitz“. Sagt der Friedensaktivist. Wer arbeitet mit solchen Leuten zusammen? Die Linkspartei.

Ein Filmtipp

Der passenden Film zur passenden Zeit:

Das Erstaunlichste an Zombies ist wohl, dass sie es irgendwie geschafft haben, ihren gesellschaftskritischen Subtext aus Romeros Autorenfilm (für Georg Seeßlen der linkeste Filmemacher, den Industrie hervor gebracht hat) mit ins Genre hinüber zu retten. Als menschenfressende Metaphern schmatzen und stöhnen sie seit einigen Jahrzehnten durch die Landschaft, ohne dass sich ihre Nähe zu tatsächlichen kollektiven Bewusstlosigkeitszuständen übersehen ließe. Der Kurzfilm Dawn of the Dorks zeigt sie jetzt als deutschen Fanmob, was so dermaßen naheliegend ist, dass sich kaum noch mit Bestimmtheit sagen lässt, wer hier eigentlich wem die Vorlage geboten hat.
Und obwohl im Grunde kein Mensch solche gesteigerte Ausdrücklichkeit braucht, ist der Film dann erstaunlicherweise auch noch richtig witzig. Es muss an den grausigen Erfahrungen der »Sommermärchen« – WM 2006 liegen, als sich vereinzelte Überlebenden plötzlich in ihre Wohnungen eingesperrt fanden und zitternd auf ein Ende der Epidemie hofften, während es draußen mehr und mehr Freunde erwischt hat. Auch wenn der deutsche Fußballwahnsinn ein Nebenwiderspruch sein mag – bevor das da draußen nicht überstanden ist, wird auch sonst nichts mehr besser werden.(Beatpunk)

Zum Film.

Mal etwas anderes.

Selten gab es einen solch emotionsgeladenen Polizeibericht wie am vergangenen Freitag, weil es mittlerweile zu mühselig ist, über diese Schrott-WM noch zu berichten, darf man sich an dieser Stelle klammheimlich über die journalistische Meisterleistung der unterfränkischen Polizei verachtend und zugleich begeistert zeigen.

Ernüchterung nach WM-Niederlage – Lust am Feiern vergangen

UNTERFRANKEN. Die unerwartete WM-Niederlage der deutschen Fußballnationalmannschaft hat bei den Fans deutliche Spuren hinterlassen. Mehrere Tausende hatten sich bei Public-Viewing-Veranstaltungen eingefunden und mussten an den Bildschirmen miterleben, wie die Mannen um Bundestrainer Löw auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wurden. Nach der 0:1 Niederlage traten die meisten Fans mit hängenden Köpfen den Nachhauseweg an. In Aschaffenburg und Würzburg ließen sich etwa 500 Unentwegte durch den Sieg Serbiens die Feierlaune nicht verderben. Dabei blieb es bislang friedlich. Lediglich in Würzburg musste die Polizei wegen einer Sachbeschädigung und einer Körperverletzung Anzeige erstatten.

Nach dem überzeugenden Auftaktsieg der deutschen Fußballer am vergangen Sonntag hatten die Fans bereits für einen weiteren Erfolg ihrer Kicker gerüstet. Die Public-Viewing-Veranstaltungen in den unterfränkischen Metropolen erfreuten sich am Freitag erwartungsgemäß eines großen Zuspruchs. Bei der größten Veranstaltung in den Würzburger Posthallen mussten schon zu früher Stunde die Pforten wegen Überfüllung geschlossen werden. Fast 3.000 Fußballbegeisterte hatten sich dort vor der Großleinwand versammelt. Auch im Kickersstadion verfolgten wieder etwa 1.500 Besucher die Übertragung aus Südafrika, die diesmal allerdings so gar nicht nach dem Geschmack der deutschen Anhänger ausfiel. Während sich nach dem Schlusspfiff die Veranstaltungsorte wegen des enttäuschenden Ergebnisses schnell leerten, ließen sich etwa 300 – 400 Personen die Feierlaune durch die Niederlage nicht verderben. Sie trafen sich – wie üblich – in der Sanderstraße, wo es zwar lautstark aber zumeist friedlich zuging.

Allerdings wurden drei Jugendliche vorläufig festgenommen, nachdem sie in der Innenstadt ein Mofa beschädigt hatten. Außerdem muss gegen einen 16- und 52-Jährigen Anzeige wegen Körperverletzung erstattet werden. Der Jugendliche war mit einer serbischen Flagge in der Kaiserstraße unterwegs, als dort der Mann laut Zeugenaussagen an seiner Fahne zog und ihm eine Ohrfeige versetzte. Dies beantwortete der junge Fußballfan mit einem gezielten Faustschlag, der den Erwachsenen zu Boden streckte. Der 52-Jährige wurde in eine Klinik eingeliefert.

In Aschaffenburg hatten sich insgesamt ca. 2.500 Menschen bei den bekannten Public-Viewing-Veranstaltungen getroffen. Aber auch hier stand den Fußballfans nach dem Abpfiff der Sinn nicht so recht nach Feiern. Wie in anderen Städten leerten sich die Örtlichkeiten ziemlich schnell. Allerdings fuhren trotzdem vereinzelt Autos hupend durch die Stadt, was jedoch zu keinen größeren Behinderungen führte. Etwa 200 Unentwegte trafen sich nach dem Spiel am City-Kreisel, wo es jedoch bislang friedlich geblieben ist.

In Schweinfurt, wo es bei dieser Fußball-WM keine Großveranstaltung am Marktplatz gibt, versammelten sich die Fußballfans in zahlreichen Gaststätten und auch im Rathausinnenhof, um gemeinsam einen deutschen Sieg zu bejubeln. Als der dann ausblieb, machten sich die Fans enttäuscht aber friedlich auf den Weg nach Hause. Sicherheitsstörungen wurden den Polizeikräften in Schweinfurt nicht bekannt.

Auch in den anderen Städten und Gemeinden in Unterfranken, in denen sich Anhänger der deutschen Fußballnationalmannschaft getroffen hatten, um einen zweiten Sieg ihrer Fußballhelden gebührend zu feiern, blieb es nach der unerwarteten Niederlage friedlich und ruhig.

„Allahs Bräute“

Auf der Suche nach dem „Paradies“ begehen seit 2003 vermehrt auch Frauen den Märtyrertod für den Heiligen Krieg. Die Israelische Filmemacherin Natalie Assouline dokumentierte über zwei Jahre lang inhaftierte Attentäterinnen und sucht nach den Hintergründen.

ARTE Magazin: Haben Sie verstanden, was diese Frauen motiviert?
Natalie Assouline: Es gibt viele Antworten. Eine ist, dass die Frauen etwas für Palästina, für die Zukunft ihrer Kinder tun wollen, anstatt zu Hause herumzusitzen. Das ist aber nur die Oberfläche. Bohrt man tiefer, wird klar, dass die meisten gezwungen wurden.

ARTE Magazin: Gezwungen von wem?
Natalie Assouline: Von Menschen, die für die Hamas arbeiten oder den Islamischen Dschihad. Sie suchen gezielt Frauen, die nicht so leben, wie es von ihnen erwartet wird. Die Ehre der Frau, die Ehre der Familie ist in den Dörfern von enormer Bedeutung. Die Frauen müssen Regeln befolgen: das Haar bedecken, sich nicht schminken, nicht mit Fremden sprechen – verstoßen sie dagegen, sind sie leichte Beute für die Extremistengruppen. Sie werden erpresst: „Entweder du arbeitest für uns oder wir werden dich und deine Familie im Dorf bloßstellen.“ Ich glaube, den Frauen bleibt einfach keine Wahl. Dennoch, egal wie sehr diese Frauen Opfer sind: Wenn du tötest, bist du nicht mehr Opfer, sondern Täter. – Arte

Viktoria Simshäuser (neun7),

stilblühender als Sie hat wohl noch niemand zum Ausdruck gebracht, was sich die deutsche Frau der 50iger von heute zu wünschen scheint.
Im Editorial zur aktuellen Ausgabe des Unterfränkischen Magazins für Lifestylelandwirte schreiben Sie, es herrsche im weiblichen Teil der Redaktion blanke Vorfreude „..auf Verlängerungen, die Jungs zu Männern werden lassen“. Früher eine Kriegsverletzung oder Schwielen an den Händen, heute ist’s wohl eher der Kreuzbandriss, der den Mann zum echten Mann macht.
Zum Glück hat das Alphafußballmännchen zuhause seine bessere Hälfte, die das Haus hütet. „Die WM weckt die Spielerfrau in uns“. Stricken Sie auch schon Schwarz-Rot-Goldene Söckchen für den Nachwuchs?
Die Frauen im neun7-Team tragen „Ballack im Herzen“, obwohl er ja dieses mal überhaupt nicht mitspielt, „aber für uns zählt eben nicht nur aufm Platz“. Nein Frau Simshäuser, für die Frau an sich zählt natürlich nicht nur die Leistung im Beruf, sondern auch der treusorgende Mann zuhause.
An der karriereorientierten Zielgruppe ihres Magazins sind Sie mit diesem Editorial aber meilenweit vorbeigedriftet. Hausfrauen lesen lieber die Neue Revue.

Ihre Emanzipationsbeauftragten vom Letzten Hype.

Dokumentation der K-Gruppen in Würzburg

Verdammt, da hat sich jemand ziemlich viel Arbeit gemacht, um die Geschichte der K-Gruppen, selbst in Käffern wie Würzburg, zu dokumentieren:

Mao Projekt

Auch ein interessanter Beitrag (warum finde ich sowas immer so spät):

Das hier.

Solidarität mit dem Riot Dog!

„Was aber seine gut erzogenen Artgenossen in Deutschland auszeichnet, fehlt Louk völlig: Gehorsam und Disziplin. Aber dafür lebt er ja auch in Griechenland.“
Spiegel TV, scheiße Mann, dem ist wohl nichts mehr hinzuzufügen.

Generalstreik im Iran legt Leben in kurdischen Gebieten lahm

für wayne: Ali Schirasi.

Eine Einschätzung unseres Iran-Experten wäre hilfreich….

Nie, nie, nie wieder Deutschpunk!

Ja, am Wochenende war es mal wieder soweit. Nazis marschierten durch Unterfranken, und die Antifas haben mal wieder ein wenig Sport getrieben.
Im Hype #14 wird es einige Reflexionen geben. Bis dahin müsst ihr Euch mit folgendem Text begnügen, den wir im Netz gefunden haben (auch wenn sich die Frage stellen lässt, ob die Produktion eines solch langen Textes die Mühe wirklich wert war):
Maifeuer.

Eure Yvonne Hegel

In Würzburg, wo man das dicke Geld macht

Big Business in Wü-Town. Vergessen Sie alles, was man Ihnen über die große Stadt erzählt. Das dicke Geld macht man in Würzburg und nicht in Berlin, wissen etliche Exil-Würzburger (zu circa 2:20 spulen, falls man sich das ganze Video nicht angucken möchte):

Besetzung Café Jenseits Berlin und O-Ton.

Zur Pathologisierung des Alkoholkonsums

Es gab Zeiten, in denen das Trinken zu den normalen Reproduktionsvorgängen, ganz so wie Kinogänge, Currywurstessen oder Theaterbesuche, gehörte.
Heutzutage gehört der öffentliche Konsum von alkoholischen Getränken zu den gesellschaftlichen Abnormalitäten. Politische Repräsentanten zählen das Unterbinden des öffentlichen Trinkens zu den Aufgaben einer umfassenden Sozialdisziplinierung.
Die Berichterstattung der Mainpost, in diesem Beispiel Holger Welsch, ist dafür bekannt, seine Sprache kritiklos- bewusst unbewusst- dem Zeitgeist anzugleichen. Und so schreibt man in der Mainpost natürlich von der

„Trinkerszene“.

Es ist erstaunlich, wie Begriffe benutzt und mit den Trinken in Verbindung gebracht werden. Zerlegen wir das Wort in seine Einzelteile.
Zu einem „Trinker“ wird bereits derjenige, der auf einer Wiese ein Bier trinkt. Wer als „Trinker“ bezeichnet wird, gilt als suchtkrank.
Zum zweiten Teil des Wortes: Menschen, die auf öffentlichen Plätzen Alkohol trinken, gehören also bereits zu einer „Szene“, die sich isoliert von der gesunden und deshalb bis ins hohe Alter arbeitsfähigen Mehrheitsgesellschaft bewegt. Ähnlich einer beliebigen anderen gesellschaftlich geächteten „Szene“, etwa der Heroinszene.
Zusammengesetzt als Trinkerszene trägt die Mainpost die Pathologisierung des öffentlichen Alkoholkonsums von der politischen Sphäre an den Frühstücktisch seiner LeserInnen.

Prost!
Euer Benjamin Böhm

Back in the days: Leben im besetzten Haus Erfurt

Erinnert sehr an Asoks legendäres Dosenbier und „Pogo Heil“ aus dem Hype Nr. 3.

Eine unterhaltsamer und interessanter autonomer Reisebericht aus dem besetzten Haus Erfurt:
Teil 1, 2, 3, 4, 5 und 6.

Zitate, die man sich auf der Zunge zergehen lassen sollte III

Die Aufwertung der Zellerau konnte offenbar erst durch die Schließung des AKWs verwirklicht werden. Oder irgendwie so….
Holger Welsch in der Mainpost:

Würzburgs ältester Stadtteil hat sich in den letzten Jahren schließlich schwer gemacht: Schöne neue Wohnungen, das neue Kletterzentrum, neue Geschäfte, das neue DJK-Stadion, die Schließung des AKW und und und . . .“

Zur Kritik der Langeweile II

In den vergangenen Tagen lösten die Ergebnisse einer dpa-Studie Bestürzung aus – in den Medien, der Politik und erst recht in unserer kleinen Arbeitsgruppe zur empirischen Erforschung der Langeweile in Würzburg (AG EEL). „Das Komatrinken unter Jugendlichen ist vor allem in mittelgroßen Städten verbreitet – besonders in Bayern“, lautet das ernüchternde Fazit.
Unsere Analysten stürzten sich umgehend auf die Datenkolonnen, schließlich ist neben der Videotheken-Rate der Koma-Index der wichtigste Faktor für die Messung der Langeweile. Es stellte sich allerdings heraus: Die Daten sind alles andere als berauschend. So finden sich unter den 15 komatösesten Städten neun bayerische. Bundesweiter Spitzenreiter ist demnach Bamberg, Hof liegt auf Platz drei, Nürnberg auf zwölf, Schweinfurt auf 13. Es wurden unsere schlimmsten Ahnungen vom Stand der Langeweile in Würzburg erneut empirisch bestätigt: Würzburg taucht in der Liste überhaupt nicht auf.
In unserem Institut meinten wir bis dato, in teilweise heftigen Beschwerden seitens der Polizei oder gewisser Bürgerinitiativen über jugendliche Trinker einen Hoffnungsschimmer für diese Stadt zu erblicken. Jetzt zeigt sich: Es waren schamlose Übertreibungen.

Ach, mit eurem ganzen Würzburg
Wird nie ein Mensch glücklich werden
Weil zu viel Ruhe herrscht
Und zu viel Eintracht
Und weil’s zu viel gibt
Woran man sich halten kann
(B. Brecht)

Zitate, die man sich auf der Zunge zergehen lassen sollte II

„Jugendliche sind für Extremisten aller Art wegen ihrer oftmals noch nicht vollständig ausgeprägten Kritik- und Urteilsfähigkeit […] interessant.“,

schreibt der bayerische Verfassungsschutz in seinem 2009er Bericht.
Man könnte sich vorstellen, dass manche Jugendliche erst nach dem Lesen dieses Satzes zu VerfassungsfeindInnen werden.
Denn mal erlich:

Wer würde eine Obrigkeit, die dir deine Urteilsfähigkeit abspricht, nicht zum Teufel jagen wollen?

Zitate, die man sich auf der Zunge zergehen lassen sollte.

Heute:
Die Killerpilze im Mainpost-Interview:

„Punk bedeutet für mich, das zu machen, worauf man Bock hat. Und zwar ohne Rücksicht auf die Meinung anderer. Die deutsche Bildungsministerin unterstützt unser neues Projekt „Generation Abc 2015“.

16. März: Studenten räumen wuerzburg-brennt.de

Hahaha:

Nun jährt sich der Jahrestag der Bombardierung Würzburgs am 16. März 1945. Am Abend des warmen Vorfrühlingstages verwandelten Flugzeuge der Royal Air Force mittels Brandbomben die Stadt in ein loderndes Inferno. Damit folgten sie der strengen und unmenschlichen Logik eines Krieges, den ein Denken entflammt hatte, das sich auf die Einteilung der Menschheit in ein Besser und ein Schlechter stützt. Die Konsequenz aus dieser Selbstherrlichkeit legte Europa in Schutt und Asche.
Für Würzburg hieß das, dass die gesamte Innenstadt und große Teile der Außenbezirke zerstört wurden, dies überwiegend durch Brände. Vom “Grab am Main”, das die Amerikaner eigentlich als Mahnmal zerstört stehen lassen wollten, kann man heute eine Ahnung bekommen, wenn man in den zahlreichen Bildbänden blättert, Zeitzeugenberichte liest oder – sehr bewegend – hört. Am Abend des 16. März läuten alle Jahre sämtliche Kirchenglocken der Stadt und vorm Dom versammeln sich Menschen, um der Opfer zu gedenken.

Die protestierenden StudentInnen wollen auf keinen Fall den Eindruck erwecken, sie würden die Gefühle der betroffenen Menschen oder das Gedenken an die schwärzeste Stunde der Stadt achtlos mit Füßen treten. Deswegen wird die Internetadresse ab sofort www.bildungsprotest-wuerzburg.de lauten. Die bisherige Adresse www.wuerzburg-brennt.de wird aus organisatorischen Gründen bis auf weiteres ebenfalls erreichbar sein.

Konsequent. Die etwas grossmäulige Überschrift war sowieso immer eine Nummer zu gross für die studentischen Leisetreter.

Ein kostenloses und absolut unverlangtes Bekenntnis, dass man nichts gegen diese Gesellschaft hat, die nichts anderes ist als die Nachkriegs-Version der nationalsozialistischen Kriegsmaschine, zu der ihre Voreltern sich selbst gemacht haben; indem man sich vor den Leiden verbeugt, die diesen Voreltern dadurch entstanden sind.

Wie überaus feinfühlig. Und wie anrührend, dass sie jetzt endlich einmal begriffen haben, wer sie sind.

Wie bewegend übrigens, sich „Zeitzeugen“ anzuhören. Fragt eure würzburger Gewährsleute doch auch mal, was mit den Juden passiert ist. Ihr werdet unter ihnen übrigens auch keinen finden, der Nazi war. Das alles weiss jeder Mensch. Wäret ihr in eurer grossen Feinfühligkeit auf die Idee gekommen, euren Blog wegen der Pogromnacht im November umzubenennen? Und warum eigentlich nicht?

Hätte ihnen übrigens gutgetan, sich mal mit der Rolle der Studenten bei der Durchsetzung des Nationalsozialismus zu befassen. Hätte man über die Rolle der Studenten in der Gesellschaft nachdenken können, dabei. Hat mit der Wirklichkeit der heutigen Studenten nichts zu tun? Aber der 16. März hat? Heuchler seid ihr keine, aber was viel ekelhafteres.

Wir sind die Krise

Capitalism cannot solve the problem of our existence. What has transpired is neither poor management by benevolent policy-makers nor the unchecked greed of so many bad men. Rather, it is the inevitable manifestation of a fundamental insolvency. We are not interested in how to manage the crisis, nor do we care whose fault it is, nor can we accept any partial solutions. There is no solution without removing the contradiction at the heart of the crisis. From the point of view of those in power, resolving the contradiction would require learning how to dehumanize humans – to fully mechanize and atomize production and the producers themselves. From our perspective, overcoming the contradiction requires not only making education free, but overcoming capitalist relations as a whole. We cannot solve the crisis within the current system because we are the crisis of the current system.

Aus einer Kritik der studentischen Proteste in Californien 2010. Kann man mal sehen.

Für die Studenten

Mit Dank an Leo für den Tip:

Kegelkreis Preungesheim und anderer gelehrter Gesellschaften Mitglieder, wer auch immer die Gruppe mit diesem verschrobenem Namen ist, schreibt eine für den Anfang ziemlich ausführliche Kritik der Studierendenproteste.

Spaltung, das einzig Vernünftige, nämlich die überfällige Distanzierung von dem infantilen Klamauk, der sich bundesweiter Bildungsprotest nennt, Spaltung also kann er (der letzte linke frankfurter Student) als aktive Handlung gar nicht denken, sie muss ihm als stets gegenwärtige Bedrohung von außen erscheinen. „Und eins sei gesagt: Wir bleiben solidarisch und lassen uns nicht spalten“.

Weil wir immer soviel von einer sog. „Militanten Gruppe“ hören (müssen)

Erinnert sich jemand an Herrn Andrej Holm, der monatelang in Untersuchungshaft sass, weil er über google nach Begriffen wie „Gentrifizierung“ recherchiert hatte? Weil er damit verdächtig war, der sog. Militanten Gruppe zuzugehören? Bis der Bundesgerichtshof ihn rausliess, weil gar kein Verdacht bestünde? Was ist denn aus dem geworden?

Nun, der ohnehin für verlegerische Glanzleistungen bekannte VSA-Verlag bringt im Frühjahr wieder mal ein Buch von ihm raus: „Initiativen für ein Recht auf Stadt“. Aus der Leseprobe:

Ein Schwerpunkt liegt auf der neoliberalen Neuordnung des Städtischen. Als ein spannendes Gegenmodell wird die in Virginia (USA) entwickelte Vision eines »kommunalen Sozialismus« vorgestellt – einer von vielen möglichen Wegen, das Recht auf Stadt in die Praxis umzusetzen.

Die Erfahrungen der städtischen Proteste in der Vergangenheit und in anderen Ländern machen deutlich: Aus den Ansätzen der internationalen »Right to the City«-Bewegungen können Impulse für stadtpolitische Initiativen hierzulande gewonnen werden. Eine Orientierung an möglichst breiten Bündnissen und möglichst vielfältigen Aktionsformen ist dabei das Gebot der Stunde: Eine (Re)Politisierung der Stadtentwicklung ist möglich!

Ein Handbuch für alternative Kommunalpolitik: das ist wohl, sollte man meinen, ein deutlicherer Freispruch vom Vorwurf umstürzlerischer Umtriebe, als es der BGH jemals gekonnt hätte. Weiter so, VSA!

Nena abschalten!

Singt sie da wirklich „I‘m made in Germany“?

Nie wieder Nena.

Wenn Studenten protestieren

Wir sind enttäuscht, dass der Präsident heute Abend nicht zum Plenum erscheint und uns die Stellungnahme nicht persönlich (z.B. über email) zukommen ließ. Die Hochschulleitung kann trotz unseres Erachtens ausreichender Vorlaufzeit keine neuen Ergebnisse vorweisen. Andererseits begrüßen wir, dass die Unileitung die Forderungen zur Kenntnis genommen hat und inhaltliche Arbeit auch weiterhin möglich ist.

Quelle

Igitt.

Das nennt man aber nicht unterwürfig, sondern konstruktiv.

Ich muss mir gerade vorstellen, ob solche Leute generall auf Absagen so reagieren, und irgendwie wird mir dabei schlecht.

Edit:

Fuck!

Die bisherige Kommunikation mit Ihnen, dem Präsidenten der Universität, wurde von uns als wertvoll empfunden.

Quelle
Es ist nicht zu fassen. Was wollen sie denn von diesem Mann?

Du mieses Speziesistenschwein!

Als unser Hunter S. Heumann irgendwann um 2004 das erste mal das Wort „Speziesistenschwein“ benutzte, das er eigens zu dem Zweck erfunden hatte, Tierrechtler zu verwirren (Tip: das Wort ist in sich widersprüchlich), wusste niemand, wie furchtbar ihm dies Geschäft gelingen würde.

Mir ist langweilig #3

Und zwar deswegen.

Das beste sind die Kommentare.

Nochmal

Das größte Hindernis der Bewegung hier war, dass sie die demokratische Praxis bei den Mehr­heitsentscheidungen auf den Vollversam­mlungen (…) respektierte und akzeptierte. Da haben Leute, die gegen Blocka­den waren, zusammen mit Leuten, die dafür waren, demokratische Entscheidungen treffen wollen. Als ob dies möglich wäre mit Leuten, die eigentlich Feinde sind. Dieser Fakt hat in den letzten zwei Wochen wirklich die Bewegung getötet.

link

Yar e dabestani

Als mp3. Für die Freund/innen der iranischen Revolte.

The revolution-era classic, whose stirring lyrics epitomize the country’s longstanding struggle for freedom, was originally composed by filmmaker Mansour Tehrani for his 1980 political drama „From Cry to Terror.“ In the film, three old friends cross paths after fifteen years. Hossein has become a drug addict; Davoud is the chauffeur of the head of the martial court; and Reza belongs to an underground armed resistance group. Reza is tasked with assassinating the martial court chief, but is killed by a stray bullet. Davoud is wounded, but manages to escape. And Hossein ends up dying from an overdose. The original version was performed for the movie soundtrack by renowned Shah-era crooner Fereydoon Foroughi (version above).

The song enjoyed a revival during Mohammad Khatami’s presidency, whose election in 1997 marked the birth of the Reform movement. For many Yare Dabestani has become associated with the post-revolutionary generation and the bloody student uprisings of 1999.

After the 2009 elections, Yare Dabestani once more surged to the forefront of public protests, and has been passionately sung by demonstrators on the streets, at expatriate rallies outside of Iran, by student protesters at universities, and recently, even by students at a high school.

یار دبستانی من ، با من و همراه منی
چوب الف بر سر ما، بغض من و آه منی
حک شده اسم من و تو، رو تن این تخته سیاه
ترکه ی بیداد و ستم ، مونده هنوز رو تن ما
دشت بی فرهنگی ما هرزه تموم علفاش
خوب اگه خوب ؛ بد اگه بد ، مرده دلای آدماش

دست من و تو باید این پرده ها رو پاره کنه
کی میتونه جز من و تو درد مارو چاره کنه ؟

یار دبستانی من ، با من و همراه منی
چوب الف بر سر ما ، بغض من و آه منی
حک شده اسم من و تو ، رو تن این تخته سیاه
ترکه بیداد و ستم ، مونده هنوز رو تن ما

یار دبستانی من ، با من و همراه منی
چوب الف بر سر ما ، بغض من و آه منی
حک شده اسم من و تو ، رو تن این تخته سیاه
ترکه ی بیداد و ستم ، مونده هنوز رو تن ما

دشت بی فرهنگی ما هرزه تموم علفاش
خوب اگه خوب ؛ بد اگه بد، مرده دلهای آدماش
دست من و تو باید این پرده ها رو پاره کنه
کی میتونه جز من و تو درد مارو چاره کنه ؟
یار دبستانی من ، با من و همراه منی
چوب الف بر سر ما ، بغض من و آه منی
حک شده اسم من و تو ، رو تن این تخته سیاه
ترکه ی بیداد و ستم ، مونده هنوز رو تن ما

My grade-school friend,
You‘re with me at my side
A ruler [wielded] above our heads -
You weep and sigh with me
Engraved on this blackboard
Are your name and mine
Tyranny’s welt on our flesh
Has not faded with time
The fields of our culture
Have grown wild with neglect,
Come the good or the bad -
People’s hearts are now dead
My hand and yours
Must tear down this curtain
Who but you and I
Has power to cure our pain?

Liebe Hörsaal-Besetzer/innen!

Kommt euch das nicht ein bisschen verdächtig vor, dass da der Uni-Kanzler kommt, und sogar der Minister, und nicht etwa das USK? Dass ihr da evtl. was falsch macht?

Für immer

der letzte hype

„Die Antideutschen Anarchisten blasen zur bewaffneten Revolution“

So kann man es jedenfalls hier lesen.

Die meinen wohl uns. Naja. Was kann man tun? Nichts.

Würzburger Lagerphantasien again…

….und es geht weiter mit den Lagerphantasien der werten LeserInnen der Mainpost. Jetzt sitzen zwei Verdächtige, denen Sachbeschädigung und Brandstiftung zu Last gelegt wird, in Untersuchungshaft. Und Deutschen wird wieder warm um’s Herz, wenn sie an Arbeitsdienst und physische Vernichtung denken.

Meine Gedanken zur Strafe wage ich nicht auszusprechen…

meint noch Zeitung_online, während Rittersporn damit weniger Probleme hat:

Den Leuten geht es zu gut ist die allgemeine Stimmung. Wer so was macht hat Zeit dazu. Nichtsnutze, Arbeitsfaule (nicht Arbeitslose!!!) und dergleichen höhlen unseren Sozialstaat aus. Sie sollten eine saftige Strafe zur Abschreckung erhalten, die der Allgemeinheit nutzt. Straßenbau, Wald roden und dergleichen für einige Jahre – bis ihnen die Flausen aus dem Kopf gegangen sind. Vor lauter Langeweile Sachbeschädigungen machen gehört ordentlich bestraft – und zwar damit diese Zeitgenossen dann keine Langeweile mehr haben.

Und von blueeyes erfahren wir, dass der Täter zu den „Asozialen“ gehört, denen dieser gleich seine eigenen Vergeltungsphantasien entgegenbringt:

Asso endlich geschnappt!
Diesem ASSI sollte man stundenlang links und rechts für jeden zerstochenen Reifen eine knallen! Mutwillige Sachbeschädigung am Eigentum anderer ist mit das assozialste was man machen kann und dazu noch dieses Ausmaß. Am besten man setzt fals er ein Zimmer oder Wohnung hat mal dies unter Wasser, dann weiß er was Sachbeschädigung ist.

Man wird sehen, welche Vergeltungsgedanken in den Kommentarspalten der Mainpost noch offenbart werden….

Das AKW in Würzburg….

ist auch nicht mehr das, was es mal war….
Xavier Naidoo? Die da hinten in der Zellerau haben wohl jetzt endgültig ihren alternativen Anspruch verloren!
Na wartet mal auf die nächste Vereinssitzung, da wird’s Ärger geben!

Von den Kartoffelkanonen

Wahnsinn,
wie gelangweilt die Polizei sein muss, wenn es Ihr schon eine Pressemeldung wert ist, eine „Kartoffelkanone“ in einem Kofferraum gefunden zu haben.

Mal ehrlich Herr Wachtmeister: Es könnte durchaus sein, dass auch einige Ihrer KollegInnen in ihrer Landkreisjugend solche Teufelsdinger gebaut haben!
Aber denken Sie doch mal positiv: Wer in seiner Jugend seinen Spaß an Waffen entdeckt, will vielleicht später auch beruflich welche am Gürtel tragen!
Ihr Nachwuchsteam vom Letzten Hype

The revolution will not be televised

….und jetzt fürchtet sogar Glenn Beck von den FOX News das Buch über die kommende Insurrektion. Wirklich sehr amüsant:

Das Buch ist irgendwo hier verlinkt übrigens.

Würzburger Lagerphantasien

Presseschau: Würzburger Lagerphantasien

Solange es opportun ist, verarbeitet die Mainpost die Äußerungen ihrer Leserschaft. Per SMS soll diese an Umfragen teilnehmen und harmlose Online-Leserkommentare werden gerne zu redaktionellen Artikeln zusammengefasst, Gar nicht wird jedoch reflektiert, wenn die Leser in den Online-Kommentaren rassistische oder faschistische Äußerungen von sich geben – was eher Regel als Ausnahme ist. Diese Arbeit nehmen wir gerne ab: Eine Sonderausgabe der Presseschau, Schwerpunkt „Lagerphantasien“.

Das erste Beispiel: Am 14.12.2008 übernahm die Mainpost einen Polizeibericht, druckte ihn unter der Überschrift „Krawalle bei Demo: Polizist verletzt“ ab. Innerhalb weniger Stunden entwickelte sich eine rege Diskussion (die heute nicht mehr auf der Homepage zu finden ist).
- Der Mainpost-Leser Mr. Anton reagiert auf den Zwischenfall auf dem Weihnachtsmarkt geschockt: „Diese Unruhestifter gehören sofort aus dem Weg gezogen! Schlagstock raus und drauf! Die sollen arbeiten gehen und ihre Energie dort einsetzen, assoziales Pack!“.
- Dieser Meinung schließt sich der User dreckschlame ungeteilt an: „Dieses Asoziale Pack müsste im Steinbruch arbeiten! Dann wären sie spät Abends zu müde um „Scheisse“ zu bauen. Bei solchem Gesindel sollte keine Rücksicht genommen werden wenn es ums Prügeln geht-denn die nehmen auch keine! Gute Genesung dem verletzten Polizeibeamten, denn der kann am allerwenigsten dazu!“
- Auch eine Person namens Wahrheit verfügt über ein ungetrübtes Rechtsempfinden und verlangt größere Handlungsspielräume für die Staatsmacht: „Leider muß die Polizei solche Deppen mit Samthandschuhen anfassen, normalerweise gehört da richtig draufgedroschen, daß die sich nicht mehr rühren“.
- Es ist jedoch Bratbaecker, der die prägnanteste Antwort auf die Greueltaten der Chaoten findet: „ES LEBE UNSER HEILIGES DEUTSCHES VATERLAND“.
- Konkreter setzt sich wiederum der Leser Frankenstrasse mit den Ereignissen auseinander und bemängelt die fehlende Effizienz der Exekutive: „Leider wurden von diesem Gesindel nicht mal 10% festgenommen!!!Von diesem Asozialem Panks hatte man 90% einbuchten müssen“.

Zweites Beispiel: Am 4.5.2009 veröffentlichte mainpost.de eine Reportage über die Bedingungen im Flüchtlingslager in der Veitshöchheimer Strasse: „Gemeinschaftsunterkunft: Schlimme Kindheit im Lager“. Bei diesem Thema konnten die Mainpost-Leser damit punkten, dass sie zumeist schon eigene Lagererfahrungen hinter sich haben.
- Schaefer55 etwa schreibt: „Erzählt mir nicht, dass Kasernen menschenunwürdig sind. Ich mußte meine Wehrpflicht ableisten“. Er vertritt den Standpunkt: „Die erwachsenen Flüchtlinge können daher von mir aus gerne unter einem Lagerchef aufräumen, putzen, streichen, Kinderspielgeräte zusammenbauen und andere Arbeiten machen. Das sind schließlich nicht alles Kinder“.
- Auch maggy1414 ist des Aufhebens um Depressionen, Lagerkindheit, Enge, Lärm, Angstzustände, Schimmel, etc. überdrüssig: „Die sollen froh sein, dass sie überhaupt hier in unserem Land leben dürfen. Die Wohnverhältnisse in der Unterkunft sind vielleicht bescheiden (für unsere Maßstäbe), aber garantiert in mind 90% der Fälle immer noch besser als wie in dem Land, woher die meisten von denen kommen (ein Teil des Kommentars wurde von der Redaktion gelöscht)“. Den „Gutmenschen“ stellt er die berechtigte Frage: „Ist bei euch jetzt auch mal die Krise angekommen? Oder wieso habt ihr morgens Zeit solche Aufsätze hier zu schreiben?“
- Schimmel18 nimmt dagegen die Asylsuchenden teilweise in Schutz und fordert zu einer differenzierteren Diskussion auf. Er gibt seinem Vorredner Schafer55 zu bedenken: „Ich denke, mehr Hartz 4 Empfänger bekommen Geld vom Staat als Asylsuchende. So geh erst mal auf die los, die zum Teil zu faul sind zu arbeiten“.

Drittes Beispiel: Vollkommen einhellig war die Lesermeinung zu dem Artikel „28-Jähriger tritt Polizeibeamtem (sic) ins Gesicht“ vom 8.8.2009. Laut Polizeibericht/Mainpost habe ein „mit körperlichem Zwang“ in den Dienstwagen verbrachter Mann von der Rückbank aus den Fahrer an der rechten Backe getroffen. Dieser „konnte leichtverletzt mit einer Prellung und Kopfschmerzen seinen Dienst fortsetzen“.
- Der User steehawer reagierte am schnellsten auf den Riesen-Skandal und schrieb: „Vor solchen Zeitgenossen muß die Bevölkerung unbedingt geschützt werden,hier hilft leider nur wegsperren und nochmals wegsperren“.
- Der Leser bastihd kennt ebenfalls genau die Gefahren, die von Alkoholisierten ausgehen, weiß jedoch auch um das laxe Justizwesen in Deutschland: „Statt zum Richter Gnädig direkt ab in den Knast… Solche verwahrlosten Typen gehören sofort in den Knast, egal ob sie einen festen Wohnsitz und gesoffen haben oder nicht. Stattdessen werden sie einem deutschen Richter vorgeführt, der gleich wieder ausreichend viele Milderungsgründe findet, um diesen Ratz sofort wieder laufen zu lassen. Hat der erst seinen Rausch ausgeschlafen und sich über die Einfalt von Richter Gnadenreich amüsiert, wird die nächste Flasche Wodka reingezogen, damit man nach der nächsten Schlägerei erneut als vermindert zurechnungsfähig eingestuft und gleich wieder laufen gelassen wird. So ist es halt mal in Deutschland“.
- Waldi69 findet, man kann die Forderungen seiner Gesinnungsgenossen nicht oft genug wiederholen: „Wegsperren und nie wieder rauslassen !!!! Solche Typen liegen uns nur auf der Tasche. Wie lange solen die Deutschen noch zuschauen bevor sich hier was ändert ?!?!“
- An dieser Stelle schaltet sich DarthVader mit einem interessanten Vorschlag in die Diskussion ein (ob es sich bei DarthVader um Jürgen Elsässer handelt, konnte nicht restlos geklärt werden): „Wegsperren auf immer muß nicht immer die beste Lösung sein. Kostet auch uns – dem Steuerzahler – sehr viel Geld! Und da setzt die USA – wie oben beschrieben – auch bessere Mittel ein. Dort gibt es s.g. Erziehungslager. Das bedeutet: 05:00 Uhr aufstehen, Morgensport, Duschen, 06:00 Uhr Frühstück und um 06:30 Uhr gehrt´s dann ran an gemeinnützige Aufgaben. Das ganze erfolgt unter einem Drill, der unsere Bundeswehr in einem gemütlichen Sanatorium erscheinen läßt. Wir haben in unserem Land auch viele Aufgaben! Wir könnten z.B. den Borkenkäfer in unseren Wäldern bekämpfen. Diese Jungs (leider auch Mädels) müssten nur die umgefallenen Baumstämme aus unseren Wäldern herrausziehen und somit einen sehr guten Beitrag für unseren Naturschutz tätigen. Nach 12 Stunden sollte dann aber schon Schluss sein. 18:00Uhr duchen, 18:30Uhr Abendessen 19:00Uhr gemeinschaftliches Fernsehn und 20:00Uhr Bettruhe. Schließlich muß man am nächsten Tag wieder fit sein! Mindestaufenthalt: 1 Jahr!“
- Dieser Vorschlag löst allgemeine Zustimmung aus. Innowep möchte nur eine kleine Verbesserung berücksichtigt wissen: „Sie haben perfekt recht mit dem was sie schreiben. Fernsehen? Nicht einmal das würde ich solchen Kanalien gestatten!!“
- Auch winnem hat einige Verbesserungsvorschläge für die Bestrafung von betrunkenen Rückbanktretern zu bieten: „Perfekt! Nur das TV würde ich streichen, statt dessen eine Stunde Sport – als Ausgleich für die schwere körperliche Arbeit. Danach, direkt vor dem zu Bett gehen, noch einmal kalt duschen.“
- Ein gewisser grayjohn, offenbar Ökonom, äußert sich ebenfalls zur Zwangsarbeit: „Liebe Vorredner/innen, bitte nehmen Sie’s mir nicht übel (im Grundsatz stimme ich mit Ihnen überein, was unbelehrbare Zeitgenossen angeht), aber früher waren so etwas einmal REGULÄRE JOBS. Die sind (leider) im Rahmen der Mechanisierung weggefallen (…) Eigentlich sollten wir nach Konzepten (nennen wir’s von mir aus Gemeinnützige Beschäftigung) verlangen, die dem Müßiggang von vorneherein vorbauen und eben nicht als Strafe, sondern als sinnvolle Tätigkeit gelten.“
- Baerchi lässt die ausgefeilte Müßiggang-Theorie grayjohns links liegen und fordert kurz und schmerzlos: „Der Typ gehört in einem Raum ohne Zeugen und dann drauf auf die Nase aber richtig“ (kurz darauf von der Redaktion gelöscht).

Ein Gedanke zum Schluss: Diese Presseschau zeigt recht gut, mit welch Eifer und Kreativität unsere Mitbürger von den Möglichkeiten der Kommentarfunktion Gebrauch machen, wenn man sie nur lässt. Allein zum Thema Lager und Zwangsarbeit! „Den Borkenkäfer bekämpfen“, „Schlagstock raus und drauf“ oder „dem Müßiggang von vorneherein vorbauen“ waren nur die drei geistreichsten Ideen. Dies sollte für die Politik Ansporn sein, basisdemokratische Elemente überall in unserer Gesellschaft voranzutreiben. Warum nicht über die Höhe des Hartz 4-Satzes in einem Volkbegehren abstimmen lassen? Oder über die Befugnisse der Polizei? Und weshalb sollte nicht die Mehrheit über die Einführung der Todesstrafe (für Kindesmißbrauch o.Ä.) abstimmen dürfen?

Je direkter desto besser,
sagt Sebastian Loschert

Hier spricht der Erdvater

Wow. Wahnsinn.
Es folgt eine wichtige Mitteilung des Erdvaters zum Bundeswehreinsatz in Afghanistan:

Link.

Wirkt wohl am besten auf LSD. Unbedingt nachts anschauen und Licht im Zimmer aus, sonst wirkt die Hypnose nicht.
Gibt’s eigentlich auch Videos vom Weltgeist?

Kritik des Poststrukturalismus

Weil es im Hype-Umfeld in letzter Zeit ein paar Debatten über das Verhältnis von Kritischer Theorie und Poststrukturalismus gab, hier der Mitschnitt einer Vorlesung Alex Grubers und Florian Ruttners mit dem Thema „zur Unmöglichkeit poststrukturalistischer Gesellschaftskritik“.

Wer zwitschert wann?

Ah, der Gartenrotschwanz ist’s, der Schlawiner!

Für alle, die schon immer mal wissen wollen, welcher Vogelo bereits singt, wenn man gerade erst ins Bett geht:
Wer singt wann?

Das waren wir nicht

Wir schwören. Niemand von uns hätte den Nerv dazu:

http://insurrectioniran.wordpress.com/

THE COMING INSURRECTION
17/06/2009 · Comments Off

It’s useless to wait- for a breakthrough, for the revolution, the nuclear apocalypse or a social movement. To go on waiting is madness.

The catastrophe is not coming, it is here.We are already situated within the collapse of a civilization. It is within this reality that we must choose sides.

by The Invisible Committee

Wir haben fast dieselben Worte irgendwann auch gedruckt, aber die hier haben wir nicht geschrieben. „Unsere Gedanken sind bereits in allen Köpfen“, und wann hätten wir originell sein wollen?

http://insurrectioniran.wordpress.com/texts/

LIKE A STORM: THE INSURRECTION IN IRAN

No one is waiting any longer: Iran has exploded and not even the Islamic regime is surprised.

Years of student strikes, militant street battles, workplace struggles, constant repression― and then a spark. One spark to unleash the tidal wave of rage and despair that was once confined to barely audible whispers behind closed doors.

Now the fury is here and everyone is in the streets, young and old, men and women, militant and pacifist.

CHAOTIC RESONANCE

The specter of ‘79 is colliding with the insurrections of Europe, but the flames of Iran burn far brighter than the 2005 uprising in metropolitan France or the Greek insurrection in December.

Everywhere the normal functioning of things has been paralyzed: people refuse to just simply go back to work, squares and streets are blockaded, universities are not functioning, police stations are looted, and everyday social relations are negated.

The human gears that everywhere allow any regime to function are now engaged in a total war that points beyond just stolen elections.

All of the established organizations within the conflict (whether in Iran or in exile) are exploiting it to build their own political power, for their own place at the roundtable.

But when has it ever been different? Their “politics” are always more of the same.

Some wear green like they wear the “Yes We Can” in America.

Is that all we want?

Can the world we want ever be expressed simply by a vote?

Some complain that there are no leaders, no one to direct the insurrection, but this is to the revolt’s credit. Its spontaneous and uncontrollable nature is exactly what has allowed it to spread so quickly and resonate so widely.

This is not about an identity, a minority, an issue, or a stolen election.

It’s about everything!

As Anonymous Sinners (Iranian hip-hop group) asked, “What is it that we want other than freedom?”

THE DEMOCRATIC LIE

They have no future to offer us; the democratic lie can’t hide this.

The children of the metropolis are everywhere bound by common conditions, by lived experience; no more so in the West than in Iran. It takes the uproar and rage of an entire generation born outside of the democratic process to expose its illusions and false hopes.

There could be so much more than a regime change.

What if the insurrection doesn’t end?
What if the fires keep burning, and spread to the whole of society?
This is the real threat, the potential for revolution: that the return to the university, the workplace, and the home might not ever take place.
That the paralysis becomes total, that finally there is no going back…

Fundamentally, we must reach this point of no return.

JUNE 2009/ KHORDAD 1388

Wer wollte nicht lieber von sich sagen können, mit solchen Leuten die selben Gedanken zu teilen, als originell zu sein?

Analysen und Neuigkeiten zum Iran gibt es hier.

Die letzen paar neuen grossen Dinger

Falls es jemanden interessiert, hier sind ein paar Dinger, die in den letzten Monaten in gewissen internationalen Kreisen gelesen worden sind:

Ein Ding namens „The Call“ („The Left is periodically routed. This amuses
us but it is not enough. We want its rout to be final. With no remedy. May the spectre of a reconcilable opposition never again come to haunt the minds of those who know they won’t fit into the capitalist process.“),
eine anarchistische Kritik daran,
die berühmte Schrift Über die kommende Insurrektion („The flames of November 2005 still flicker in everyone’s minds. Those first joyous fires were the baptism of a decade full of promise. The media fable of “banlieue vs. the Republic” may work, but what it gains in effectiveness it loses in truth. Fires were lit in the city centers, but this news was methodically suppressed. Whole streets in Barcelona burned in solidarity, but no one knew about it apart from the people living there. And it’s not even true that the country has stopped burning.“),
(französisches Original hier, nicht zu verwechseln mit unserer eigenen Artikelserie Über die kommende Revolte),
und die Diskussion darüber auf libcom.org

Gähn: Wieder einmal Styckwaerk

Das Diss-Track, den die würzburger Studentenband Styckwaerk („Punk für Angepasste“) über dieses Heft geschrieben haben, ist jetzt da. Aber er ist ziemlich langweilig, und wir fragen uns, was er mit uns zu tun haben soll.

Hier kann man ihn anhören, auf mspace ist er auch schon.

Was für eine läppische Combo.

Der Papst war nie in der Hitler-Jugend! Nie! Nie!

Sagt der Vatikan. Dass das Gegenteil wahr ist, ist allgemein bekannt.

Lombardi told reporters in Jerusalem: „The pope was never in the Hitler Youth, never, never, never.“

In „Salt of the Earth,“ a 1996 book of autobiographical and religious reflections based on interviews with German journalist Peter Seewald, the then Cardinal Joseph Ratzinger said, however, that he was automatically enrolled into the Hitler Youth.

Über die katholische Kirche haben wir schon vor fast 2 Jahren fast alles geschrieben. Écrasez la enfâme!

Jochen Bruhn: Der Staat des Grundgesetzes, mp3

Kann man hier runterladen. Waren ja ein paar von der Redaktion da. Ziemlich interessant.

Zur Krise #4

Irgendein Experte in irgendeinem Blatt hat einen interessanten Satz gesagt:

Mit Blick auf 2010 sieht er aber nicht mehr ganz so schwarz für das deutsche Auslandsgeschäft. Dann würden die Schwellenländer die deutschen Exporteure wieder kräftig stützen, 2010 sei von leicht positiven Wachstumsraten auszugehen. „In Ländern wie China und Indien ist der soziale Druck viel zu groß, als dass sie es sich leisten könnten, nicht zu wachsen“, sagt Börner.

Sich leisten können, nicht zu wachsen! Die Herren sind sich ihrer Sache offenbar sehr sicher.

Quatschiquatschi

Singende Pferde- nie waren sie so wertvoll wie heute!

Pferdi

Aaaalt #1

Aber wer wird denn…

Nochmal: Burschenschaftliches Gedenken


Angeblich aus den „Burschenschaftlichen Blättern“.

Via eisberg. „Aufgenommen werden auch die Mitglieder der Freikorps.

Moment mal, Hans Heinrich Hagen? Woher kennt man denn den Namen?

Ach daher! Vom Kreisvorstand der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft! Woher auch sonst. Hahaha.

Man darf sich in Würburg über nichts wundern. Über gar nichts. Und bei der GEW schon gleich zweimal nicht.

Edit: Soso, Realschullehrer a.D. und ehemaliges Mitglied im Beirat der Gesellschaft für burschenschaftliche Geschichtsforschung e.V.. Und, wie uns ein Redaktionsmitglied mitteilt, lange Jahre von der GEW in den Kreisvorstand des DGB Würzburg abgeordnet. Hurra! Die GEW, das sollen in Bayern eigentlich die nicht ganz so rechten (man nennt sie auch: die eher linken) Leute sein. Aber wie gesagt: niemals sich wundern. Und über die GEW schon gar nicht.

How low can it get

Wann hat sich die Mainpost denn das ausgedacht?

Tag Cloud
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Stillfoto-Wettbewerb

18.12. Langsam kommt die rechte Weihnachtsstimmung

Glück ist ansteckend und kann sich unter Freunden und Verwandten wellenartig weiterverbreiten. Das ist das Ergebnis einer Langzeitstudie von US-Forschern, die im „British Medical Journal“ erscheint. Durch diesen Effekt entstehen Ansammlungen von glücklichen oder unglücklichen Menschen in bestimmten geografischen Gebieten oder sozialen Gruppen.

Und so weiter.

O schlichtes, o stilles entbehrungsreiches Glück. Wie ich kotzen möchte, wenn ich nur etwas gegessen hätte. Dass es so etwas wirklich gibt. Es wird wirklich jedes Jahr schlimmer, es geht alles überhaupt nicht mehr.

13.12.2008 #4: Lob der Unberechenbarkeit

Wir dokumentieren eine Äusserung der Gruppe exIL aus Würzburg.

Zu den „Krawallen“ am 13.12.2008

Im Anfang ist der Schrei. Wir schreien. Wenn wir schreiben oder lesen, vergessen wir schnell, dass im Anfang nicht das Wort ist, sondern der Schrei. Angesichts der Verstümmelung des menschlichen Lebens durch den Kapitalismus, ein Schrei der Trauer, ein Schrei des Entsetzens, ein Schrei des Zorns, ein Schrei der Verweigerung: NEIN.

Irgendetwas ist passiert, und weder wir noch unsere GegnerInnen können im Moment begreifen, was dieser Angriff auf die Würzburger Selbstgenügsamkeit bedeutet.

Zunächst ein paar strategische Anmerkungen: Für Würzburg stellt die Unberechenbarkeit der Aktion, die den ewigen Trott der Latschdemos, der langweiligen institutionalisierten Rituale und der Parteifähnchenschwenkerei hinter sich gelassen hat, etwas Neues dar. Vielleicht ist jene Desorganisation, jenes spontane Element, genau die richtige Antwort auf die Verschärfung der Versammlungsfreiheit. Die Frage, ob man sich überhaupt in irgendeine Polizeistrategie einfügen sollte, ob man überhaupt eine Demo, eine Kundgebung, eine Mahnwache, anmelden sollte, können wir seit dem 13.12. getrost mit „nein“ beantworten. Die Polizei spricht von 100 Personen, und wir wollen sie in diesem Glauben lassen. Eine angemeldete Demonstration hätte kaum mehr, wenn nicht sogar weniger Leute auf die Straße gebracht. Eine offiziöse Kundgebung wäre der Lokalpresse keine Zeile wert gewesen, und uns wären vor Langeweile die Füße eingeschlafen. KeineR von uns kann sich erklären, wer hinter der Organisation der „Krawalle“ steckt, über welche Wege die hundert Leute davon erfahren haben und wie die spontane Zusammenrottung so durchschlagend und effektiv werden konnte. Genau diese Unberechenbarkeit schüchtert auch die Polizei ein. Da gibt es keine Organisation, die man dafür verantwortlich machen kann. Es gibt keine Demo-OrdnerInnen, die man zur Rechenschaft ziehen kann. Diese Versammlung passt in kein Schema der linken Strategie. Und genau das ist ihr Vorteil.

Wenn man genau das verstanden hat, dann braucht man auch nicht mehr über die Vermittlung unserer Meinung an die BürgerInnen nachzudenken: Wir haben diesen Leuten nichts auf Flugblättern zu erklären. Unsere Wut über die Vorfälle in Griechenland und unsere Verzweiflung über die Zumutungen der Warengesellschaft sind nicht durch eine klassische „linke“ Sprache vermittelbar, die darauf hofft, bei den BürgerInnen Gehör zu finden. Es wird auf diesem Weg nicht funktionieren, und wenn doch, dann nur durch die Transformation einer radikalen Position in die Sprache einer bürgerlichen Interessengruppe. Genau deshalb müssen wir nicht „Polizeistaat“ rufen und hoffen, dass die fränkischen Bratwurstbräter in unseren Klagechor mit einstimmen. Wer verstanden hat, dass man solche Aktionen wie am 13.12. zuerst einmal für sich macht, und nicht für die deutschen BürgerInnen, und schon gar nicht für ein noch nicht einmal ansatzweise entbarbarisiertes fränkisches Landvolk, die/der hat schon viel verstanden. Obwohl wir die spontane Versammlung am Samstag keinesfalls als „Ausschreitung“ bezeichnen würden (da haben radikale Linke schon weitaus bessere Krawalle hingekriegt), hat jene temporäre Verstörung der Würzburger Prüderie anscheinend genau die Leute empört, die man damit aus ihrer Ruhe bringen wollte. Wenn in etlichen Kommentaren im Internet zu lesen ist, man solle das randalierende „Asoziale Pack“ ins Arbeitslager stecken, dann wissen wir spätestens, dass man am Samstag das Richtige getan hat. Und wenn die so genannten Würzburger Krawalle von der Ostsee bis Niederbayern in Tageszeitungen erscheinen, wessen subversives Herz lacht da nicht vor bittersüßer Freude.

Für uns gilt es nun, praktische Solidarität zu üben für unsere GenossInnen, die nach der spontanen Versammlung mit verschiedenen Vorwürfen belastet werden und bald mit den juristischen Folgen der spontanen Versammlung zu kämpfen haben. Sie benötigen unsere Zuwendung, um die kommenden Verhandlungen durchzustehen. Andererseits werden sie mit Sicherheit auch finanzielle Unterstützung benötigen.

Noch kann von niemandem wirklich begriffen werden, was der 13.12.2008. für die radikale Linke in Unterfranken bedeutet. Dieser denkwürdige Samstag bleibt für uns mit der Hoffnung verbunden, dass die Unberechenbarkeit zur Tugend wird. Dass die Aktionen der so genannten Autonomen derart unüberschaubar, unvorhersehbar, unbändigbar werden, dass sich weder Parteien mit ihnen abgeben wollen, noch dass sie in irgendeine Polizeistrategie passen würden. Wir wollen hoffen, dass an den Geist vom 13.12. angeknüpft werden kann, wenn es um die Kämpfe der Zukunft geht.

Gruppe exIL

Infoladenwuerzburg.blogsport.de

Email der Soligruppe: soligruppe@yahoo.com

13.12.2008 #3

Hahaha. Grossartig.

13.12.2008 #2

Ein lustiges Video. Bitte v.a. auch die Marktfrau beachten.

Griechenland #2

Hiergibt es wohl neues. So richtig einen Überblick finde ich grade nicht, weiss jemand weitere links?

Griechenland

Ein willkürlicher Griff:

http://alexisg.blogsport.de/
http://el.blogsport.de/2008/12/09/griots-andreas-alexandros-grigoropoulos/
http://difficultiseasy.blogsport.de/2008/12/09/adventsstimmung/
http://infovs.blogsport.de/2008/12/08/athen-brennt-update/
http://infovs.blogsport.de/2008/12/07/athengriechenland-polizei-erschiesst-jugendlichen-schwere-riots-im-ganzen-land/

Keine Ahnung…

Waltz with Bashir

Wer den Film gesehen hat, und sich für den Libanon und den Bürgerkrieg interessiert, will vielleicht die elend lange, aber gar nicht schlechte Doku von Al Jazirah (2000) „7arb Libnan“ (15 Folgen) ansehen, die man auf video.google.com unter folgenden Adressen ansehen kann:

The War Of Lebanon – Episode 01 – Baptism of Fire
The War Of Lebanon – Episode 02 – The Roots of Conflict
The War Of Lebanon – Episode 03 – Explosion
The War Of Lebanon – Episode 04 – Death of a Country
The War Of Lebanon – Episode 05 – Damascus Intervenes
The War Of Lebanon – Episode 06 – Fire and Embers
The War Of Lebanon – Episode 07 – Zahle And The Indian Summer
The War Of Lebanon – Episode 08 – Sharon Invades
The War Of Lebanon – Episode 09 – Occupation Of An Arab Capital
The War Of Lebanon – Episode 10 – The Massacre
The War Of Lebanon – Episode 11 – Defeat of a Superpower
The War Of Lebanon – Episode 12 – Chaos
The War Of Lebanon – Episode 13 – Damascus Returns
The War Of Lebanon – Episode 14 – The Storm
The War Of Lebanon – Episode 15 – The Accord to End War

Man muss nur folgendes wissen: 2000 standen nicht nur Syrien, sondern auch Israel noch im Libanon; es war vor der al Aqsa-Intifada; vor 9/11; die Hizbu‘llah hatte ihre Waffen noch nicht nach innen gewandt, Aoun war noch in Paris, Geagea noch im Gefängnis, Jumblatt noch Freund Syriens, 7ariri noch ein lebender Halbgott. Das erklärt, das die Hizb vergleichsweise gut wegkommt, Aoun vergleichsweise schlecht, 7ariri gar nicht.

Was seitdem geschah, ist eine andere Geschichte.

Wer sich für das Innenleben der vorwiegend christlichen Miliz von Bashir Gemayel interessiert, kann die Erinnerungen von Robert Hatem („my story about Lebanon’s political underworld“ lesen; der gehörte zu den Leuten um genau den Elie Hobeika, der das Massaker in Sabra kommandiert hat. Man wird keinen unparteiischen Bericht erwarten dürfen („the story of a straight soldier who believed in the Christian cause“); wer das Buch liest, wird eigene Schlüsse ziehen müssen. Ohne Wert wird es nicht sein, wenn man nie vergisst, dass der Autor nie Bashir Gemayel, nur immer seinen ungetreuen Gefolgsleuten Schuld geben wird.

Hör‘ doch mal Radio…

Hier zwei interessante Links:

Zum einen ein Mitschnitt der Podiumsdiskussion der JungleWorld zur Finanzkrise, u.a. mit Michael Heinrich und Thomas Ebermann.

Zum anderen ein Interview mit dem Unterstützungskommitee aus Tarnac/Frankreich zu den Verhaftungen, die gegen eine herbeihalluzinierte „ultra-gauche“ gerichtet waren.

Anticomunista.net / dümmer geht ümmer

In Zeiten, in denen man nur den Kopf schütteln kann über die Staatsvergötterung der LINKEN, über den neuen Versuch, eine weitere SPD zu gründen, schaffen es die deutschen GegnerInnen dieser LINKEN tatsächlich, der Dummheit die Krone aufzusetzen.

Denn in Würzburg fühlen sich antikommunistische AktivbürgerInnen tatsächlich dazu gedrängt, über die wahren Absichten der „Linkspartei“ aufzuklären. Deshalb schmücken sie Plakate und Sticker der Linkspartei, ganz im Stile der Kommunikationsguerilla, mit Sprüchen wie „Weil Fleiß nun einmal bestraft gehört: DIE LINKE“.
Die Deutschen bleiben eben fleißig dem Wahn der deutschen Arbeit verpflichtet. Sehen sie selbst, welche geistigen Ausdünstungen die selbsternannten AntikommunistInnen produzieren.
hxxp://anticomunista.net/index.php?option=com_content&task=view&id=22&Itemid=27

Robert Kurz im Kribbel Krabbel Mäusehaus

Auch die MitarbeiterInnen bei Amazon scheinen Humor zu haben, oder stimmt es tatsächlich, dass der Wertkritiker Robert Kurz seit kurzem Kinderbücher für die ganz jungen WertkritikerInnen entwirft?
Sehen sie selbst: Die Welt als Wille und Design.

Ein Kinderbuch von Robert Kurz wäre dann auch ein sicheres Zeichen dafür, dass sich das Konzept des Letzten Hypes, nämlich Schwachsinn und radikale Kritik zu verbinden, herum gesprochen hat….

Presseschau: von Stilblüten und wirklich wichtigen Nachrichten

Als ich mich letzten Winter im Letzten Hype über die Mainpost auskotzte, konnte ich gewiss noch nicht ahnen, dass die besagte Zeitung mit dem Konrad-Adenauer-Preis ausgezeichnet worden war. Seit ich wusste, welche Ehren unserer Lokalzeitung zuteil geworden waren, wurden mir die Augen geöffnet: Die vielen Stilblüten, die Art und Weise, mit der deutschen Sprache zu jonglieren wie ein Artist von Welt: Dies alles war mir vor meiner Erleuchtung nicht klar gewesen. Daher lasse ich heute nur die Überschriften der Mainpost sprechen, die das journalistische Sahnehäubchen eines jeden Artikels darstellen.

Stilblüten

Der Wahlkampf ist zuende, und allen war klar: „Marco Schneider- Kandidat mit Schokokuss-Kuchen“- den musste man einfach wählen. Wichtige Erkenntnisse lieferten den LeserInnen die Überschriften „Probezeit ist die Zeit zum Ausprobieren“ und „Unfall-Kuh kam aus Bullenheim“. Es bleibt tierisch, wobei bei der Überschrift „aggressiver Bulle büxte aus“ nicht klar zu erkennen ist, ob nun die menschlichen oder widerkäuenden Artgenossen gemeint sind. Animalisch geht es weiter, denn der „Spatzen-Drummer bot Speck an“, was er hoffentlich nicht „Unter Drogen, doch ohne Führerschein“ tat. Schauen wir in die schöne Rhön. „Rhönfreunde bekennen sich zu ihrer Identität- der Rhön“ war da zu lesen, und ich bin sehr froh, dass sich die Rhönfreunde nicht zum Spessart bekennen.

Wirklich wichtige Nachrichten

Damit alles seine Ordnung hat in der Region, geht die Polizei allen Straftaten nach. „Alk zum Abendessen“ geht gar nicht klar, ebensowenig wie die „Mettwurst im Hosenbund“. „Bulgaren auf den Weingut“ gab es ebenso wie „Salmonellen im kleinen Badesee“, „Marinierte Makrelen auf Holzkohlen gegrillt“ und „Australier in er Rhön“ . Und das schlimmste war wohl folgendes Vergehen: „Mann macht Mann an“. Bei soviel kriminellen Energie kann einem wirklich Angst und Bange werden. Zum Glück gab es nicht nur negative Nachrichten zu vermelden. „Wie oft steht Gott sei Dank in der Bibel?“ habe ich mich auch schon immer gefragt. Solange wir dies nicht wissen, sollten wir wirklich alle „Gottes ausgestreckte Hand ergreifen“. Genug des Metaphysischen. Die Festzeit hat begonnen und „das Kartoffelfest beigeisterte“. Leider ist „kein Apfel mehr am Baum“, ob dies etwas mit dem Ungeziefer zutun hat? Denn „den Ratten geht’s gut“. Was wir schon immer geahnt haben, bestätigt uns endlich die Mainpost: „Mittelmaß ist in Schweinfurt Trumpf“, auch deshalb, weil „Günther Beckstein: Ein Wahlkämpfer oben ohne“ da war. „Neues Geschirr“ hat nun die Euernhofer Feuerwehr, aber das wird ihnen auch nicht mehr helfen, wenn die „Rache der Hornissen“ über sie herein bricht.
Ja, genug des meisterhaften Journalismus meiner Lieblingszeitung, ich nehme nun am „Tag des Butterbrotes“ noch einen „Biss ins Butterbrot“, und nächtes mal werde ich auch „vorm glücklichen Ende einen geglückten Anfang“ wählen. Bis zur nächsten Presseschau.

Benjamin Böhm

Mir ist langweilig #2

Hahahahaha. Und grad muss ich doch noch mal auf wuerzblog.de nachschauen. Unfassbar.

Un-fass-bar.

Ein länglicher Bericht über das

Buisiness Lunch der Würzburg AG in der Autobahnraststätte

zum

Slogan für die Imagekampagne »Würzburg. Provinz auf Weltniveau.«

Und der Mann war allen Ernstes da, weil es ihn allen Ernstes interessiert, mit welchem Werbespruch dieses Kaff über den eigenen Totalausfall hinwegtäuschen will:

Dann ging es zur Diskussion und es zeigte sich, dass der Slogan überwiegend positiv aufgenommen wurde. Mit der »Provinz« als Gegensatz zu »Weltniveau« zu werben fanden die wenigsten problematisch. Als Abschluss wurde eine Testabstimmung gemacht, bei der mal sich melden konnte, ob man sich diesen Slogan und das Konzept auf die Fahnen schreiben würden. Fast alle waren dafür, wenig haben sich enthalten und nur einer – ich – war dagegen.

Warum ich immer noch dagegen bin? Aus mehreren Gründen. Mit dem Begriff »Weltniveau« kann ich leben. Vielleicht ist er ein bisschen geklotzt, aber ok, das ist Werbung. Ich finde der Begriff »Provinz« trifft nicht für mein gefühltes Würzburg-Bild zu. Ganz sicher ist Würzburg keine pulsierende Metropole. Aber Provinz? Das ist für mich irgendwo auf dem flachen Land, wo es das Highlight des Jahres ist, wenn mal ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor durch die Hauptstraße fährt. Und ich bin mir nicht sicher, ob ich mir dieser Einschätzung alleine stehe. Provinz ist für mich eindeutig negativ besetzt, ich kann es leider nicht ändern.

Und „Würzburg“, kann man sich denken, eher eindeutig positiv.

Was juckt es den Mann? Was lässt es ihm keine Ruhe? Aber einen Trost findet unser Recke zuletzt doch noch:

Sicher darf man sich nicht ausschließlich auf den Slogan versteifen, er wird ja von anderen Werbemaßnahmen begleitet.

Was für ein Glück.

So, wieder gemeckert, ohne ein Lösung anbieten zu können. Diese Blogger aber auch immer … ;-)

In der Tat, Herr Wuerzblog.de, immer so negativ.

Ich lache mich schlapp, wo leben wir bloss.

Mir ist langweilig #1

Deswegen poste ich heute Scheisse.

Irgendjemand hier aus der Gegend postet folgenden sinnlosen Scheissdreck:

Esst mehr Tiere

ein weiterer sinnloser beitrag

gründe:

-schmecken gut
-kühe verursachen mehr CO2 wie autos
-schmecken gut
-ich mag keine vegetarier („die essen meinem essen das essen weg“)
-enthalten wichtige omega3fettsäuren oder so
-wir leben im westen
-fleisch ist gut
-“ich finde es toll tiere zu erniedrigen indem ich sie töte und in ihren eigenen darm stopfe”
-schonmal fondue ohne fleisch gemacht?
-tiere machen uns unseren lebensraum streitig und konkurrieren mit uns
-tiere sind keine menschen
-ich persönlich glaube nicht das tiere etwas fühlen

guten appetit frau schmitt

ich finde es wirklich wichtig gegen diesen vegetarierkack vorzugehen

Ein paar Fehler auf jeden Fall: erstens heisst es nicht „mehr CO2 wie Autos“, sondern „als wie Autos“. Zweitens ist die Argumentation natürlich zirkulär, und so weiter. Ein Deutschlandfan ist es auch noch. Was die Seite aber find ich irgendwie rettet, sind die Fotos und das völlig überflüssige Video von einem rangierenden Liefer-Lkw in der Innenstadt. Was für ein schöner Stumpfsinn.

Die Seite hab ich, geb ich zu, bei dem Twittersepp da grad eben gefunden.

Nachtrag: Seltsam, kaum verlinkt man jemanden aus Estenfeld, schon hat man einen Nazi-Spammer in der Kommentarspalte. Hahaha.

Wer oder was ist Twitter?

Das fragen sich vielleicht gerade die älteren unter unseren Leser/inne/n. Wir wissen das auch nicht so genau, aber wie man sehen kann, ist es eine Einrichtung, die zB so etwas möglich macht (wir wissen es, weil uns wer auch immer allen Ernstes da verlinkt hat; also unvorsichtig sind die Leute); also eine Einrichtung, um trotz gedrängtesten Formats mithalten zu können, was die Übermittlung nichtswürdiger Information und die tätige Liebe zur Heimat betrifft, mit sagen wir wuerzblog.de.

Noch so ein Provinzklatschmaul on line. Es steht offenbar jeden Tag einer mehr auf.

Die Mainpost ist schlimm, aber die muss so sein, sie muss ja gekauft werden. Die DIY-Lokalpresse aber: lieber Herr Jebus Maria Butter Gottes. Du bist wirklich Deutschland, schlimmer noch, du bist Würzburg.

Bands, die Würzburg braucht #1

Heute: Styckwaerk. Besser kann man das studentische Milieu nicht verkörpern. Schon mit 20 klingen wie die Toten Hosen? Über Oberschülerprobleme zetern? Das Vollgefühl der eigenen Wichtigkeit hinter gefälschter Selbstironie verstecken?

Hörprobe.

Soll man dazu ernsthaft ein Wort sagen? Man lässt es lieber bleiben.

und keine Texte mehr von Borchert
über das, was einmal war.

Borchert! Poesie! Man schüttelt den Kopf. Was die gymnasiale Oberstufe für Schäden anrichten kann.

Bin ich überhaupt normal?

fragt sich der Sänger weiter. Gerne geben ihm den Bescheid: Ja, und wie. Du bist eine Durchschnittsexistenz in jeder Hinsicht. Mehr als das, du bist zum Entsetzen langweilig. Zustände, in denen so ein Haufen Tröpfe behaupten kann, „Punkrock“ zu machen, gehören bis aufs letzte bekämpft.

Nieder mit dem studentischen Milieu. Das ist die einzige Lehre aus diesem traurigen Kapitel.

Zur Krise #3

Die ISF schreibt:

Was aber ist der Run auf eine Bank gegen die Zerstörung des Bankwesens nur überhaupt? Was gegen die Aufhebung des Geldes? Die Abschaffung des Souveräns? Was ist die Kritik an der FAZ gegen die sofortige, unwiderrufliche Kündigung jeglichen Abonnements auf Ideologie? Was ist jetzt Aufklärung? Die Schlauesten der Propagandisten sagen: »All das Geld ist genau so lange sicher, bis es jemand haben möchte. Aber warum sollte es jemand haben wollen, wo es doch so sicher ist? Das Geld der Deutschen ist derzeit in einem logischen Rätsel angelegt.« (FAZ, 8. Oktober 2008) Und wenn dann der Dümmste der Kommunisten antworten würde: Das geht mich nichts an, denn es handelt sich nicht um ein »logisches Rätsel«, das theoretisch aufzulösen wäre, sondern um die gesellschaftliche Liquidation des Kapitals als der »Selbstverrätselung der Menschheit« (Marx), dann, ja: dann könnte die vermaledeite Geschichte gut ausgehen.

via Freie Republik Kurpfalz. Was für ein dämlicher Name für ein blog, fast so dumm wie letzter hieb.

So gehts woanders zu #1

Dieses Mal: Nacht-Tanz-Demo in Frankfurt am Main/Germany. Blog mit interessanten Neuigkeiten. Kann man vll evtl so Schlüsse draus zieh.

Zur Krise #2

Emanzipation oder Barbarei hat wieder einmal ein paar Texte zur Debatte über die Krise zusammengetragen, die alle ganz gut und nützlich zu lesen sind wahrscheinlich (ich habs nicht getan, geb ich gern zu).

Via Redikal wird dort unter anderem ein Artikel von Joachim Hirsch zitiert, der belegt, dass man auch als Professor die ökonomische Seite der Sache richtig einzuordnen verstehen kann:

Das Spekulieren über die Folgen der Finanzkrise für die so genannte „Realwirtschaft“ (übrigens eine recht verräterische Bezeichnung) ist scheinheilig. Steinbrück, Glos, Weber und ihr professoraler Begleitchor müssten wissen, dass die Finanzblase nicht eine vermeidbare Fehlentwicklung, sondern die Grundlage der „Realwirtschaft“ war.

Völlig richtig.

Um die Krise zu bewältigen, steht jetzt die „Re-Regulierung“ der Wirtschaft auf der politischen Tagesordnung. Sie wird darin bestehen, dass der staatsmonopolistische Kapitalismus, die enge Verbindung von Staat und Kapital zwecks Sicherung des Profits weiter ausgebaut wird und festere institutionelle Strukturen bekommt. Der deutsche Faschismus, mit dem hierzulande auf die Krise der dreißiger Jahre reagiert wurde, könnte dafür eine Art Modell abgeben, nur dass dieser Prozess nun nicht mehr die Beseitigung demokratischer Verhältnisse erfordert, sondern im Rahmen der längst zur Formalität verkommenden liberaldemokratischen Strukturen vorangetrieben werden kann.

Fragt sich nur, worin dieser deutsche Faschismus bestand, und warum es in der post-nazistischen Gesellschaft seiner angeblich nicht mehr bedarf.

[D]ass das bestehende Wirtschafts- und Gesellschaftssystem abgeschafft statt wieder einmal nur notdürftig repariert werden sollte

, ist jedenfalls richtig; was aber ist mit dem Staat, meine sehr verehrten Damen und Herren?

Wo der klügste Professor Antworten sieht, fangen für den/ide dümmsten Kommunisten/in die Fragen erst an.

Zur Krise #1

Emanzipation oder Barbarei bespricht kurz ein paar Ansichten (Heinrich und Trenkle) zur gegenwärtigen Krise; wenn man die beiden Namen kennt, kennt man eigentlich auch schon die Ansichten, bevor man deren (dort verlinkte) Texte gelesen hat. Lohnen mag es sich trotzdem.

Einen brauchbaren Text darüber, was eigentlich eine Überakkumulationskrise sein, hat Emanzipation oder Barbarei aber genausowenig aus dem Netz fischen können wie wir; ausser einem wikipedia-link, der aber rein gar nicht weiterhilft, und Sachen hauptsächlich aus dem (Ex-)Krisis-Umfeld, die aber leider auch so ihre jeweilige Schlagseite haben.

Eine gute Zusammenfassung wird also nach wie vor gesucht.

Freitag ist Video-Tag

Was für ein lehrreicher Film.

Ungewöhnliche Ansichten #3: 2007 محلة الكبرى

[E]verything changed in December 2006. A new phenomenon appeared: militant workers, though lacking political background. Many women stood out among them. In general, they belong to no organization or party. There was a need to start from scratch, to create active committees with the aim of educating the workers, giving lectures and organizing leadership courses.

Artikel im israelisch-arabischen Magazin Challenge über die Arbeiterunruhen im ägyptischen Mahalla im April.

The awakening of labor has surprised not just the regime but also the various leftist movements. The Egyptian Left includes a broad spectrum of national Nasserites and socialist organizations.

Until now, in the absence of a workers‘ movement, the section of the Left that sought to distance itself from Mubarak had no population to work with, so it limited its activity to supporting the Palestinian national movement. In the year 2000 it backed the Intifada, and especially Hamas, which it saw as leading the resistance. Now, however, the workers‘ struggle has made a new approach possible, neither national nor Islamic. It is opening a third, internationalist alternative. Since the start of the awakening, the labor movement has provided the Left with its natural environment, and there is the feeling that leftist forces are again on their feet.

Es ist natürlich immer gut, wenn die Linken von der Zündelei mit der nationalen Sache abgelenkt werden; den Arbeitern von Mahalla und anderswo ist trotzdem zu raten, diese nationale Linke und andere Recuperateure lieber nicht anzufassen (die offizielle ägyptische Linke ist, was ihre Stellung zur allgemeinen Befreiung betrifft, mit der offiziellen deutschen vergleichbar; und in etwa so fossil.)

Wie auch immer, wir hatten ja in der Printausgabe irgendwas kurzes dazu geschrieben.

Via Wartezeit überbrücken und Entdinglichung.

Ungewöhnliche Ansichten #2: L.A. 1992

The Rebellion in Los Angeles:
The Context of a Proletarian Uprising

Ein Text über die riots 1992 in L.A. Gut zu lesen darüberhinaus:

James Carr, The Black Panthers, & All That von Endangered Phoenix und natürlich den Text der Situationisten über die riot in Watts von 1965.

Auf vielfachen Wunsch

So drauf sein wie die Leute, die das gemacht haben? Geht.

Hier noch was anderes.

Vielleicht mal ein kleiner Film

Die Redaktion des nicht uninteressanten magazin aus Berlin/Germany vertreibt einen kleinen Film namens „Ein Heldenleben, den man auf DVD bestellen oder noch besser gleich bei classless Kulla aus dem Netz ziehen kann.

Ein Leser des Magazins hat – aus Langeweile, wie er schreibt – einen kleinen Propagandafilm zusammengeklickt, welcher unseres Erachtens durchaus unterhaltsam ist. Er meinte, keine Vertriebsmöglichkeit zu besitzen, und so springen wir mit unseren bescheidenen Möglichkeiten ein, bis sich eine bessere Option findet.

Inhalt: Im Film geht es, kurz gesagt, um die Geschichte eines jungen Mannes, der im Kapitalismus aufwacht, sich dem Illuminatenorden anschließt und schließlich ebenso die Liebe genießt, wie er zur Abschaffung der alten Welt beiträgt. Die Musik wurde von Bach, Mozart, Beethoven, Mahler, Schönberg, Lemmy Kilmister und Eisler komponiert. Die Regisseure des umfassenden Teams arbeiten in der Mehrzahl für Hollywood, es kommen aber auch Franzosen und Russen vor.

Also schreibt es das magazin auf seiner Seite. Wir geben das mal so weiter.

Veranstaltungsankündigung: Militärparade in Sonderhofen

Einer von Unterfrankens hässlichsten Orten feiert am Wochenende ein großes Fest: Der Soldaten – , Krieger – und Kameradschaftsverein feiert nämlich sein 120-jähriges Bestehen.
Ab Samstag um 8 Uhr finden militärische Einzelkämpfe unter Moderation von erfahrenen Soldaten statt, bei denen um die Verteidigung des Zuckerrübenlagers gefochten wird. Ab 12 Uhr gibt es Eintopf aus der doitschen Feldküche. Ab 13 Uhr können sich Gäste an den Kartoffelpistolen im Schießstall üben und ab 19 Uhr spielen die für ihre Heavy-Metal-Show bekannten Stalldorfer Musikanten.

Ein Trip im Blätterwald

Innovation und Vielfalt – das ist das Pfund, mit dem Würzburg wuchern kann. Gerade die facettenreiche Medienlandschaft Würzburgs zeugt von der Kreativität und Innovationsfreude unserer Mitbürger. Kein Bäcker, kein Café, kein Hauseingang, in dem nicht eine mannigfaltige Auswahl lesenswerter Gratis-Heftchen bereitläge.
Prisma-Magazin, zuckerkick, prima Sonntag, wob, Der Kessener, Würzburg spezial, TOP Magazin, Meeviertel Anzeiger, usw., usf.: Es gibt viele gute Gründe, einen Blick auf die Presseerzeugnisse unserer pulsierenden Mainfranken-Metropole zu werfen.
In der ersten Folge des Presseclubs interessiert uns besonders Prisma, Der Kessener, zuckerkick sowie der Meeviertel Anzeiger.

Beginnen wir die Umschau mit der Zeitschrift Prisma, die sich für „Heilung und Bewusstsein in Franken“ einsetzt. Im Editorial zur April/Mai-Ausgabe (18.500 Exemplare) schreibt Herausgeber André Hammon: „Es werden wohl noch Jahrzehnte vergehen, bis der Mensch seine wahre Sinnlichkeit entdeckt und einen natürlichen Umgang damit gefunden hat. Mit der neuen Prisma-Ausgabe können Sie schon mal einen Vorgeschmack bekommen, was uns erwartet und wie Lust und Sinnlichkeit zu einem seelenreichen und erfüllten Leben beitragen können“.

Diesem Versprechen, erscheint es zunächst auch etwas sehr ehrgeizig, wird tatsächlich schon auf der ersten Seite entsprochen: „Seid gegrüßt meine Freunde des Lichtes, OMAR TA SATT, ich BIN KRYON vom magnetischen Dienst“, begrüßt uns die Anzeige der Kryon-Schule. „Ich – KRYON, sowie auch einige andere Engelwesen des Universums haben uns dazu entschlossen, diese Schule zu gründen, um euch auf dem Weg des Erwachens zu lehren, zu leiten und zu führen“. Auch eine zweite Anzeige, die für die Internationalen Engeltage 2008 in Müchen wirbt, hilft uns, unsere wahre Sinnlichkeit zu entdecken.

Die Artikel sind ebenfalls sehr aufschlussreich: Die Redaktion hält „Die Rückkehr der Weißen Büffelfrau“ aufgrund von zuverlässigen indianischen Quellen für wahrscheinlich, und auch die hoffnungsvolle Partei „Die Violetten“ sei im Kommen („Würde jede/r bayerische Prisma-Leser/in eine Unterschrift leisten, […] dann würden 50.000 spirituell interessierte Menschen die Teilnahme der Violetten an den Landtagswahlen bestätigen“).
Es zieht sich ein sympathischer emanzipatorischer Grundton durch Prisma: Es sei, schreibt etwa Heide Marie Heimard, „an der Zeit, die sexuelle Energie aus der Verpanzerung in unseren Körpern zu befreien und zum Fließen zu bringen. Dann kann sie zum Segen der ganzen Menschheit ihre heilige Kraft entfalten und uns die Glückseligkeit schenken, zu der wir geboren sind“. In anderen Artikeln wird die Linkspartei, neben den Violetten, als neuer Hoffnungsträger gelobt, ebenso wird das Grundeinkommen befürwortet.
Das bayerische Reinheitsgebot für Bier von 1516 wird hingegen als bloßes „Keuschheitsgebot“ verteufelt, als „besänftigendes Gebräu, damit uns auch ordentlich die Lust auf Liebe vergeht!“.

Nicht weniger Freigeist als André Hammon ist Bernhard A.W. Kessener (M.A.), seines Zeichens Herausgeber von Der Kessener. 10.000 Exemplare wurden für März und April kostenlos verteilt, mit der Warnung: NOCH KOSTENLOS. Der Kessener will „Würzburg zur Marke“ machen und „Impulse für Gesellschaft, Politik, Hochschule, Ökonomie und Kultur“ geben.
Im Editorial der März/April-Ausgabe thematisiert B.A.W. Kessener (M.A.), ob nicht auch für unsere Stadt gelte, was Hegel damals bemerkte: Eine „Entzweiung zwischen der Poesie des Herzens und der Prosa der Verhältnisse“. Herr B.A.W.K. (M.A.) erläutert: „Es kann doch nicht angehen, dass Kunst, Geisteswissenschaft und auch die Geschichte ihrer Aufgabe beraubt werden, uns in dieser entzauberten Welt eine vorübergehende Befriedigung zu verschaffen“.

Der interessanten Einleitung sind zwei Fotos angefügt: Eines mit zwei Geistlichen darauf und eines mit Wowereit, der einen Kessener in der Hand hält. Der Text dazu: „Es gibt zwar Aussagen, dass Würzburg nur sich selbst genügt. Andererseits aber bringen Persönlichkeiten wie Erzbischof Zollitsch, Kardinal Lehmann und Berlins regierender Bürgermeister Wowereit ganz andere Horizonte in die fränkischen Gefilde. Die Öffentlichkeit wartet auf glaubwürdige Aussagen in allen Bereichen der Gesellschaft und alle Drei machten bei ihrem Auftreten Aussagen, die verkrustete Strukturen aufbrechen und in Frage stellen“.

Diesem Aufruf zur Revolte folgen dann viele Infos zu Kunst und Kultur in Würzburg (sympathischerweise ohne chronologische Ordnung) und ein Special für alle U2-Fans unter uns: Der Kessener verlost 3×2 Tickets für einen neuen 3D-Film in Dettelbach, der ein U2-Konzert in Südamerika zeigt!
Diese Wohltat für den Leser passt wunderbar in das Konzept der Zeitschrift, denn das Motto von B.A.W.K.M.A. lautet: „Gewinn und Wachstum müssen nicht immer Selbstzweck sein, sondern man könnte sie einbinden, als Folgen sinnvoller Dienstleistungen“.

Kommen wir von diesem ambitionierten Philosophen-Magazin zu einer echten Sternschnuppe am Kulturhimmel Würzburgs. Das Design vom zuckerkick 03/08 ist mal wieder so schön, dass man meinen könnte, der Inhalt müsse dagegen ja verblassen. In Wahrheit aber ist auch der Inhalt, etwa die Bildstrecke mit den Model-Geschwistern Anna und Ali in den Weinbergen, sehr gut gelungen: die Instore-Markenklamotten von only, ltb, diesel, mogul, itchi und freeman t. porter stehen den Beiden mindestens so gut wie die darunter gesetzten Liedzeilen von Dirk von Lowtzow: „imitationen von dir/ befinden sich in mir/ imitationen von dir/ verbünden sich mit mir/ wir sind so leicht, dass wir fliegen“.

Neben der Schönheit findet, wie in einem guten Tocotronic-Song, aber immer auch die Traurigkeit einen Platz im zuckerkick. Ein Beispiel dafür ist die Geschichte über eine Würzburger Studentin, die ihr Studium mit Prostitution finanzieren muss und tragischerweise dem eigenen Vater im Hotelzimmer begegnet. Oder das bedrückende Märchen aus der spießigen Arbeitersiedlung Maierfilz in Niederbayern, in der alles „ordentlich, gleich und grau“ ist. Wo sich der ungeliebte Spast Hermann schließlich einen Tunnel bis Australien gräbt, um mit einem kanariengelben Autobus vor dem sozialistischen Patriarchen und Monopolisten Gustav Laubenthal zu fliehen. „Vom Tellerwäscher zum Millionär“ schleudert Hermann dem Planwirtschaftler entgegen, bevor er die Reise in die Freiheit antritt.

Bodenständiger geht es da im – ebenfalls kostenlosen – Meeviertel Anzeiger zu. „Wo sind die Kasernenkatzen geblieben?“, fragt etwa die Januar-Ausgabe auf ihrer Titelseite. Die packende Reportage geht der Frage nach, was mit den Katzen geschehen ist, die „sich nach der Räumung der US-Kasernen rund um Würzburg mit einem Mal in einer Betonwüste ausgesetzt sahen“. Das Blatt gibt Entwarnung: „Für die meisten von ihnen endete die schreckliche Erfahrung […] mit einem Happy End: Sie fanden 280 km entfernt, nahe der Schweizer Grenze, ein neues liebevolles Zuhause“.

Besonders spannend ist im Meeviertel Anzeiger stets auch die regelmäßige Kolumne „Neues aus dem Kindergarten St. Burkard“, in der sowohl die Erlebnisse der Frosch- und Käfergruppe nachempfunden werden können wie die Fortschritte der Vorschulkinder. Die „Aufregung um den Besuch des Nikolaus“ (Januar 08) war in dieser Rubrik ebenso Thema wie die „turbulente Faschingszeit“ oder das anstehende Osterfest (März 08). Die April-Ausgabe gibt bekannt, dass nach den nasskalten Tagen nun wieder Spaziergänge geplant seien und alle Kinder deshalb „auf laues sonniges Wetter“ hofften.
Die journalistischen Standards, die hier gesetzt werden, müssen auch von hervorragenden Magazinen wie zuckerkick, Der Kessener oder auch Prisma erst noch erfüllt werden.

Im nächsten Letzten Hype hoffe ich Sie wieder zum Presseclub begrüßen zu dürfen.
Freundlichst,
Ihr Sebastian Loschert.

Blogs, die Würzburg braucht (#1)

Heute: Würzburgs „verrückteste“ WG isst „Scampy.“

sehr geehrter wuerzblog.de,

bitte nimm uns doch von deiner link-liste freiwillig wieder runter. wir sind nichts, womit würzburg sich schmücken kann, wir tragen nicht dazu bei, das leben in dieser stadt so wunderbärchen zu machen, wie es deiner meinung nach zweifellos ist, wir sind das abstossende gegenteil davon, und es ist sicher keine gute idee, uns auf den gedanken zu bringen, dass etwas, was freiwillig nicht gemacht wird, gemacht werden könnte, wenn man ein bisschen nachhilft.

meinst du nicht auch?

p.s. und behalte deine stupide leserschaft bei dir, in unserer kommentarspalte wollen wir sie nicht. und auch in keiner unser anderen spalten.

Die Inszenierung des Nichts- Polemik zur journalistischen Kritiklosigkeit der Main-Post-Medien

Jede Stadt bekommt die Zeitung, die sie verdient. Gerade über Würzburg schwebt der graue Schleier der Selbstzufriedenheit, dessen Kritiklosigkeit ganz Deutschland ergriffen hat und sich in der Main-Post-Presse voll entfalten kann. Kritische Standpunkte, die die WürzburgerInnen in ihrer Eitelkeit kränken könnten, werden unter den Teppich gekehrt und stattdessen heimattümelnde Selbstliebe praktiziert. Dieses Jahr musste der Beitrag zum Jahrestag der Reichspogromnacht leider schmaler Ausfallen: es stand ja schließlich die närrische Jahreszeit vor der Tür.
Die Main-Post hat längst entdeckt, dass ihre mainfränkischen Schäfchen viel lieber von ihrer flauschigen Heimat- endlich dürfen sie wieder Heimat sagen – lesen, als vom Elend derer, die sich aufgrund ihres gesellschaftlichen Status nicht zuhause fühlen dürfen. Man will ja die LeserInnen nicht überfordern. So liest man die Überschrift „Tracht gegen Globalisierung“ in einem Artikel über das Jubiläumsfest des Burschenvereins Sommerhausen. Die Heimat zählt also wieder als Identitätsstifter wider die fremden Mächte. Auch dem „Tag der Heimat“ der Vertriebenenverbände fügt sich in das Wohlfühlvergnügen ein. Der BdV-Bezirksvorsitzende Albert Krohn darf zu Wort kommen: „Das im Grundgesetz ursprünglich verankerte Wiedervereinigungsgebot zielte auf ganz Deutschland, und Deutschland endete bekanntlich nicht an der Oder-Neiße-Linie“. Mir ist nicht bekannt, dass die Main-Post jemals ein kritisches Wort über die Vertriebenenverbände verloren hat. Im Juli, inmitten der Diskussion um NSDAP-Zwangsrekrutierungen, bietet die Main-Post Herrn und Frau Musterfranke die Möglichkeit, 62 Jahre nach Kriegsende in der Zeitung ihre Seele rein zu waschen . Am peinlichsten jedoch war die diesjährige Berichterstattung zu den Gedenkveranstaltungen zum Jahrestag der Reichspogromnacht: auf der Titelseite des Würzburger Teils vom 10.11. war der Main-Post das Anbrechen der fünften Jahreszeit anscheinend wichtiger. Würzburg Alaaf!
Will man die allgegenwärtige journalistische Kritiklosigkeit verstehen, die nicht nur Presseerzeugnisse der Main-Post-Gruppe, sondern auch die sonstigen Stadtmagazine aller Couleur, beherrscht, so muss man die gesellschaftliche Entwicklung der letzten Jahrzehnte betrachten. Man kann den JournalistInnen der Main-Post gar nicht vorwerfen, oder zumindest einem Großteil von ihnen nicht, dass die neue Freude am gesellschaftlichen Sein und der fehlende kritische Blick einer bewussten Intention entsprungen sind. Die bürgerliche „kritischen Öffentlichkeit“, und mit ihm der/die klassische links-liberale JournalistIn, ist nahezu ausgestorben und wurde durch einen gesellschaftlichen Zustand abgelöst, der mit der Kritik an den Zuständen nichts mehr anzufangen weiß. Das Unbehagen von damals geht in einem Fahnenmeer aus Freudentaumel über die deutschen Zustände unter, sei es durch Lokal-Patriotismus, sei es durch die bloße Beschreibung des Seienden.
Doch gerade in Würzburg prägt die Main-Post der öffentlichen Meinung ihren Stempel auf, nicht nur umgekehrt. Die Presse und die Lokalpolitik bedingen sich dabei gegenseitig. Die Allgegenwärtigkeit der Main-Post-Gruppe, die mit dem konservativen Volksblatt, der liberaleren Main-Post und dem Popmagazin neun7 alle ihre potentiellen LeserInnen bedient, bauscht marginale Meldungen zu kolossalen Themen auf und füllt so die provinzielle Leere mit vorsätzlichem Inhalt . So kann man sich bezüglich der penetranten Fokussierung auf die „Randale“ Betrunkener nach der Shuttle-Party fragen, wen jene Ausschweifungen mehr gestört haben: die Main-Post oder die AnwohnerInnen? Jedenfalls hat sich mittlerweile der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Würzburger CSU, Thomas Schmitt, das Verbot der Shuttle-Partys auf die Fahne geschrieben. Auch die Übernahme von Polizeimeldungen zeigt die völlige Unfähigkeit, die Zeitung mit Gehaltvollerem zu füllen. Die Überbesetzung der Polizeistationen in Würzburg führt dazu, dass mit Kanonen auf Spatzen geschossen wird. Polizeiarbeit in Würzburg ist zumeist nichts anderes als eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für gelangweilte PolizistInnen. Die OrdnungshüterInnen tragen durch ihre Presseberichte wiederum dazu bei, dass die Journalisten der Main-Post den Lokalteil füllen können. Menschen mit kleinbürgerlichem Bewusstsein wird so das Gefühl vermittelt, in einer gefährlichen Stadt zu leben: die Inszenierung des Nichts ist perfekt.
Auch um die Kundengruppe unter dreißig Jahren wird gebuhlt. Aus Boulevard Würzburg, einer Art Bild-Zeitung für Mainfranken, wurde die neun7, eine Zeitung für die Popkultur. Doch die Konzert-Reviews und Reportagen entkommen ihrer fortwährenden Selbstbestätigung nicht. Im Moment baut die Main-Post ein privates Internet-Portal mit Hilfe von StudentInnen der Sozialwissenschaften auf und schafft sich so ihren eigenen Nachwuchs: Wer ausreichend Credit-Points sammeln möchte, muss einen Artikel für die Main-Post im Internet veröffentlichen. Diese Verknüpfung von Privatunternehmen und offiziellem Uni-Betrieb bleibt fragwürdig, auch wenn sie in den nächsten Jahren zur Normalität werden wird. Einer der ersten Artikel, der auf jenem Online-Portal erschien, handelte vom 25sten Geburtstag des reaktionären Instituts für Schlesien-Forschung: anscheinend bleibt auch ein Portal wie dieses dem Abfeiern des Status Quo verpflichtet .
Jede Stadt bekommt die Zeitung, die sie verdient. Und der graue Schleier der Selbstzufriedenheit liegt über fast allem, was JournalistInnen in Würzburg zu Papier bringen. Es gilt, diesen falschen Frieden zu entlarven. Eine Publikation mit kritischem Anspruch kann daher kein „anderes“ Würzburg repräsentieren, sondern nur die Verneinung der Selbstgefälligkeit sein. Ein Text wie dieser kann nicht vorsichtig kritisieren und sich damit in den journalistischen Nihilismus einreihen, er muss polemisieren. „Gutmütige Enthusiasten dagegen, Deutschtümler von Blut und Freisinnige von Reflexion, suche unserer Geschichte der Freiheit […] in den teutonischen Urwäldern. […] Die Kritik jedoch […] ist die Kritik im Handgemenge, und im Handgemenge handelt es sich nicht darum, ob der Gegner ein edler, ebenbürtiger, ein interessanter Gegner ist, es handelt sich darum, ihn zu treffen. Es handelt sich darum, den Deutschen keinen Augenblick der Selbsttäuschung und Resignation zu gönnen. Man muss den wirklichen Druck noch drückender machen, indem man ihm das Bewusstsein des Drucks hinzufügt, die Schmach noch schmachvoller, indem man sie publiziert.“

Von Benjamin Böhm

Ein weiterer Kunstgriff – Jetzt NEU: Kapitalismus rechtfertigt seine Existenz durch Umweltschutz

„Das wirkliche Meer ist kalt und schwarz, voller Tiere; es rumort unter diesem dünnen grünen Film, der dazu da ist, die Leute zu täuschen. Die Sylphen, die mich umgeben, sind darauf hereingefallen: sie sehen nur den dünnen Film, er beweist die Existenz Gottes.“ (Sartre, Der Ekel)

Seit langer Zeit war es nicht mehr so einfach, sich ruhigen Gewissens vom gerechten Lauf der Dinge treiben zu lassen, nachsichtig tadelnd zurück und zuversichtlich nach vorne blickend. Es wird alles gut! Der Kapitalismus ist ab sofort nicht nur das System, welches sich so oder so durchsetzt, es ist neuerdings auch unser Rettungsanker. Plakatwände, Hochglanz-Magazine, Mode-Zaren, Lokalbrauereien, MTV und Boris Becker: alle dürfen lokal und global die Botschaft verkünden, dass es nie einfacher war, etwas „gegen die Globalisierung“ zu tun. Und wie? Das Geheimrezept besteht darin, nichts zu ändern: Nur konsumieren. Ab sofort aber bitte folgendes: Die batterieschonende Uhr, das ökologische Huhn, den richtigen Kinofilm, das globale Musikspektakel, ein Distelhäuser, zwei Bionade, drei Hybrid-Autos.

Schlecht daran ist erst mal gar nichts. Da die Kundschaft, vom Proleten bis zum High-Society-Girl, grundsätzlich dazu verdammt ist, zu konsumieren, ist es immerhin besser, ihnen Umweltverträgliches einzuimpfen. Eine neue Qualität der Peinlichkeit erreicht dieses Schauspiel aber, wenn die neue Fütterung nun als vernünftige, bewusste Handlung der Abnehmer stilisiert werden soll. Jener Abnehmer, die sich so lange über die Ökos lustig gemacht haben, bis ihnen Hollywood ihre potenzielle Zukunft simpler buchstabierte. Als eine Welt ohne süße Eisbären zum Beispiel.

Unwahrscheinlich ist es nicht, dass sie gelingt. Diese Große Rettung, dieser lang ersehnte heroische Akt der Menschheit, der in den mächtigen Worten Al Gores nämlich das „Privileg einer Generation [ist], eine Mission zu haben“ . Die in der Vergangenheit oft bewunderte bzw. beneidete Flexibilität des kapitalistischen Systems würde sich nur ein weiteres Mal unter Beweis stellen. Leider macht diese ,Rettung’ aber (A) die jeweils vorrangegangene Not nicht rückgängig und kann (B) keinesfalls die Menschheit ,retten’, sondern lediglich ihre physische Existenz verlängern. Die ständige Notwendigkeit, auf die finanziellen Folgen hinzuweisen, die von der vermuteten Klimakatastrophe zu erwarten seien, beweist, dass in diesem Zusammenhang keine Rede von Vernunft, Gefühl oder anderen Nichtigkeiten sein kann . Das globale Umdenken erscheint somit als nichts weiteres als ein Manöver zur Rettung des Privatkapitals, welches einsetzt, wenn dieses aufgrund gewisser Gesetzmäßigkeiten in Gefahr gerät.

Die Katastrophe wird ihm gutgeschrieben

Jetzt grandioser Kunstgriff: Am 5.7.07 erschien in der Zeit ein Artikel mit der markigen Überschrift „Hollywood rettet die Welt“ (in der selben Ausgabe: „Auf in den Ökokapitalismus!“). Darin stellt Autor Robert Misik – nach einer unentschieden bis kritischen Darstellung der vor sich gehenden Inwertsetzung der Moral – die Dinge geschickt auf den Kopf. Kurz nach den grandios bescheuerten „Live Earth“-Konzerten hat er als Credo der „neuen Aktivisten“ ausgemacht: „Der Konsumkapitalismus hat das Problem verursacht? Macht nichts, der Konsumkapitalismus macht es wieder gut“. Dass sogar der Widerstand für eine bessere Welt vom Kulturkapitalismus vereinnahmt und mit Preisschildern versehen wird, ist für Misik ein hinnehmbares Übel im Kontext der Weltrettung. Was diese Inwertsetzung für Folgen in der Öffentlichkeit zeitigt, führt der Autor am Ende des Textes jedoch selbst vor: Hier wird die Katastrophe schließlich auf wundersame Weise der kapitalistischen Wirtschaftsform gutgeschrieben. Die Schuldzuweisung für die Umweltzerstörungen fällt ebenso unter den Teppich wie der Aspekt, dass gerade nicht-kapitalistische Bewegungen die Umweltthematik in der Öffentlichkeit präsent hielten. Misik versteigt sich – aufgrund eines Medienhypes – zu der Annahme, der Kapitalismus sei „moralisch gut für uns“. Andere Auswüchse dieser Wirtschaftsform, beispielsweise die Expansion des globalisierten Verbrechens, lässt er geblendet unter den Tisch fallen. Seiner Meinung nach gäbe es Anzeichen, dass sich die Vision Adam Smiths erfülle und der Kapitalismus zu seiner „philanthropischen Funktion“ komme: „Kapitalismus ist gut für uns, und die Moral ist gut für den Kapitalismus. In einer solchen Ordnung liegt es nahe, dass man der Moral den besten Dienst erweist, indem man sie zu einem Geschäft macht“.

Angesichts meiner Sprachlosigkeit sei diesem und ähnlichen Autoren lediglich nahegelegt, darüber nachzudenken, ob Kapitalismus nur Cameron Diaz, Leonardo di Caprio und der grüne Film ist oder vielleicht auch das tiefschwarze Meer?

Sebastian Loschert
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1 Zitiert nach: Robert Misik, „Hollywood rettet die Welt“, Die Zeit, 5. Juli 2007.
2 Wenn wir uns erinnern mögen: Die Verbesserung des elendigen Zustands der Arbeiterklasse ab der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert setzte natürlich nicht ein, weil das Elend des Proletariats Mitleid erzeugt hätte, sondern sie begann just mit der Erkenntnis des drohenden Elends der Kapitalistenklasse. Diese Erkenntnis führten z.B. Gewerkschaften vor Augen.
3 Als Folge dieser seltsam oberflächlichen Betrachtung der Welt ergibt sich bei Misik auch die Vorstellung, dass schon „viel gewonnen [wäre], wenn die goldenen Anbagger-Sprüche dereinst einmal lauten würden: ,Hey, schau dir meinen Pflanzenöl-Schlitten an, Süße!’“. Robert Misik, „Klimaschutzkonsum jetzt!“, Falter, 27. Juni 2007.

Best of Referrer, Teil I

Lustige Google-Suchen, mit denen Leute auf diese Seite gekommen sind:

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