Archiv für Juni 2009

Wer zwitschert wann?

Ah, der Gartenrotschwanz ist’s, der Schlawiner!

Für alle, die schon immer mal wissen wollen, welcher Vogelo bereits singt, wenn man gerade erst ins Bett geht:
Wer singt wann?

Das waren wir nicht

Wir schwören. Niemand von uns hätte den Nerv dazu:

http://insurrectioniran.wordpress.com/

THE COMING INSURRECTION
17/06/2009 · Comments Off

It’s useless to wait- for a breakthrough, for the revolution, the nuclear apocalypse or a social movement. To go on waiting is madness.

The catastrophe is not coming, it is here.We are already situated within the collapse of a civilization. It is within this reality that we must choose sides.

by The Invisible Committee

Wir haben fast dieselben Worte irgendwann auch gedruckt, aber die hier haben wir nicht geschrieben. „Unsere Gedanken sind bereits in allen Köpfen“, und wann hätten wir originell sein wollen?

http://insurrectioniran.wordpress.com/texts/

LIKE A STORM: THE INSURRECTION IN IRAN

No one is waiting any longer: Iran has exploded and not even the Islamic regime is surprised.

Years of student strikes, militant street battles, workplace struggles, constant repression― and then a spark. One spark to unleash the tidal wave of rage and despair that was once confined to barely audible whispers behind closed doors.

Now the fury is here and everyone is in the streets, young and old, men and women, militant and pacifist.

CHAOTIC RESONANCE

The specter of ‘79 is colliding with the insurrections of Europe, but the flames of Iran burn far brighter than the 2005 uprising in metropolitan France or the Greek insurrection in December.

Everywhere the normal functioning of things has been paralyzed: people refuse to just simply go back to work, squares and streets are blockaded, universities are not functioning, police stations are looted, and everyday social relations are negated.

The human gears that everywhere allow any regime to function are now engaged in a total war that points beyond just stolen elections.

All of the established organizations within the conflict (whether in Iran or in exile) are exploiting it to build their own political power, for their own place at the roundtable.

But when has it ever been different? Their “politics” are always more of the same.

Some wear green like they wear the “Yes We Can” in America.

Is that all we want?

Can the world we want ever be expressed simply by a vote?

Some complain that there are no leaders, no one to direct the insurrection, but this is to the revolt’s credit. Its spontaneous and uncontrollable nature is exactly what has allowed it to spread so quickly and resonate so widely.

This is not about an identity, a minority, an issue, or a stolen election.

It’s about everything!

As Anonymous Sinners (Iranian hip-hop group) asked, “What is it that we want other than freedom?”

THE DEMOCRATIC LIE

They have no future to offer us; the democratic lie can’t hide this.

The children of the metropolis are everywhere bound by common conditions, by lived experience; no more so in the West than in Iran. It takes the uproar and rage of an entire generation born outside of the democratic process to expose its illusions and false hopes.

There could be so much more than a regime change.

What if the insurrection doesn’t end?
What if the fires keep burning, and spread to the whole of society?
This is the real threat, the potential for revolution: that the return to the university, the workplace, and the home might not ever take place.
That the paralysis becomes total, that finally there is no going back…

Fundamentally, we must reach this point of no return.

JUNE 2009/ KHORDAD 1388

Wer wollte nicht lieber von sich sagen können, mit solchen Leuten die selben Gedanken zu teilen, als originell zu sein?

Analysen und Neuigkeiten zum Iran gibt es hier.

Wenn Studenten protestieren

Höchst interessant, was die Damen und Herren Studierenden in Würzburg neuerdings zustande gebracht haben.

Eine kleine Fraktion der „grossen Demo“ am Mittwoch zog es vor, die Schienen an der Juliuspromenade zu blockieren, anstatt am unteren Markt den Reden irgendwelcher Studentenpolitiker zuzuhören. (Welche Studentenpolitiker sich nicht entblöden, den Sitzstreik zu kritisieren, weil er

der eigentlichen Veranstaltung auf dem unteren Markt Teilnehmer entzogen

habe. Teilnehmer, die sich einfach so widerspruchslos

entziehen

lassen, wären in der Tat besser am unteren Markt aufgehoben gewesen. Auf ihre verdehte Art und Weise haben sie schon gemerkt, dass etwas passiert, das sich ihrer Kontrolle entzieht: daher das hilfose Wüten gegen

eine Splittergruppe mit anti-deutschen Parolen gegen den Staat … Das Aktionsbündnis selbst richte ihre Forderungen aber nicht gegen, sondern an den Staat.

Das wissen wir, es ist keine Verwechslung möglich, und das sieht man ihnen im Übrigen auch an.)

Am heutigen Freitag aber geschah folgendes:

Eine Gruppe von etwa 100 Studenten lief auseinandergezogen und langsam über die Zebrastreifen an den Zufahrten des Berliner Rings. Auf diese Art und Weise wurde der Verkehr für fast 2 Stunden massiv behindert.

Na also! Es geht doch. Immer noch besser als nackt in einen Brunnen zu springen und zu behaupten, das zeige, wie die Bildung baden gehe, ist das doch allemal. Wenn man es sich recht ansähe, hätte man mit solchen Aktionen auch einen wichtigen Hebel in der Hand – wenn auch zu ganz anderen Zwecken. Aber das sind wirklich Fragen, die man mit der antideutschen Splittergruppe seines Vertrauens besprechen sollte.

Zu gegebener Zeit wird es einen Bericht eines, der dabei gewesen ist, geben.

Im Übrigen, first and last and always: Die Studenten können gegen gar nichts rebellieren, ohne gegen ihre Studien zu rebellieren.

Das Aktionsbündnis „Bildungsstreik“ als Domteur und Bändiger

Wenn es die Antideutschen nicht gegeben hätte, man hätte sie erfinden müssen.

Da mobilisiert ein Bündnis Bildungstreik Hunderte von StudentInnen undSchülerInnen zu einer Demonstration gegen die Zumutungen des Studiums, brüllt ein wenig „Wer ist das Problem? Das System!“ durch das Megaphon, gibt den StudentInnen sogar die Zeit, ein paar Sitzstreiks vorzutäuschen, und wundert sich am Ende darüber, dass ca. 200 Leute doch noch auf einen vernünftigen Gedanken kommen: nämlich Sabotage zu betreiben.

Was aber fällt dem Aktionsbündnis Bildungsstreik dazu ein? Es beklagt sich darüber, dass diese Aktion der Abschlusskundbegung TeilnehmerInnen genommen habe. Wie tragisch. Außerdem sei es eine Splittergruppe mit antideutschen Parolen gegen den Staat gewesen, sagt das Aktionsbündnis, und hat damit natürlich das passende Schimpfwort gewählt: denn immer wenn man nicht fähig ist, etwas zu begreifen, hat man zum Glück das Wort „antideutsch“ parat.

Ich dagegen habe auch ein Schimpfwort mitgebracht: konterrevolutionär.

Ich resümiere: Wenigstens bewirkte die Sitzblockade auch etwas gutes: die Jung-PolitikerInnen von denen zu trennen, die die Sehnsucht der Revolte in sich tragen.

Mehr zur ganzen Sache im neuen Letzten Hype….

Wipe A.N. off the map

Man wird uns keine Sympathie für Musavi vorwerfen können, aber der Mann hat es ja einfach wissen wollen. Nach allem, was er mit seiner Kampagne losgetreten hat (nicht weil er wollte, sondern weil er musste), hat er, als er angeblich verloren hat, darauf beharrt, gewonnen zu haben, und „seine Anhänger“ zu Siegesfeiern auf den Strassen aufgerufen. Für heute Nacht.

Man hört nicht viel, weil die Kanäle grad alle tot sind, aber nach allem, was man hört, haben sich durchaus einige verdächtige Elemente, mit denen wir ohne Zweifel sympathisieren, diese Einladung zum Tanz nicht zweimal sagen lassen.

Wenn die Strassenkämpfe „seiner Anhänger“ auf die Provinzstädte übergreifen, ist Musavi verloren. Entweder „seine Anhänger“ oder Ahmadi Nejads Pasdaran werden nicht viel von ihm und dem Regime, das er vertritt, übriglassen. Wenn sie aber auch noch auf den Süden Tehrans übergreifen, dann sind Musavi und die Pasdaran verloren, und dann fängt das Spiel erst an, und wir können nicht erwarten, es zu spielen.

Ob unsere Freundinnen und Freunde im Iran allerdings tatsächlich in den Stand kommen, unseren kleinen Artikel von vor eineinhalb Jahren über die kommenden Revolte im Iran zu beweisen oder besser gesagt zu widerlegen, weiss man noch nicht. Man muss ihnen alles Glück wünschen und bereit sein, sie nicht allein zu lassen; bis zu dem Tag, wo wir nie wieder einen der unseren allein lassen müssen.

Die letzen paar neuen grossen Dinger

Falls es jemanden interessiert, hier sind ein paar Dinger, die in den letzten Monaten in gewissen internationalen Kreisen gelesen worden sind:

Ein Ding namens „The Call“ („The Left is periodically routed. This amuses
us but it is not enough. We want its rout to be final. With no remedy. May the spectre of a reconcilable opposition never again come to haunt the minds of those who know they won’t fit into the capitalist process.“),
eine anarchistische Kritik daran,
die berühmte Schrift Über die kommende Insurrektion („The flames of November 2005 still flicker in everyone’s minds. Those first joyous fires were the baptism of a decade full of promise. The media fable of “banlieue vs. the Republic” may work, but what it gains in effectiveness it loses in truth. Fires were lit in the city centers, but this news was methodically suppressed. Whole streets in Barcelona burned in solidarity, but no one knew about it apart from the people living there. And it’s not even true that the country has stopped burning.“),
(französisches Original hier, nicht zu verwechseln mit unserer eigenen Artikelserie Über die kommende Revolte),
und die Diskussion darüber auf libcom.org

Gähn: Wieder einmal Styckwaerk

Das Diss-Track, den die würzburger Studentenband Styckwaerk („Punk für Angepasste“) über dieses Heft geschrieben haben, ist jetzt da. Aber er ist ziemlich langweilig, und wir fragen uns, was er mit uns zu tun haben soll.

Hier kann man ihn anhören, auf mspace ist er auch schon.

Was für eine läppische Combo.